Schauspiel

Bitch, I'm a Goddess

Rennt, ihr Hunde des Wahnsinns! Rennt den Berg hinauf!

nach Bakkhai von Euripides in einer Version von Anne Carson
Deutschsprachige Erstaufführung

Schauspielhaus




Regie Guy Weizman
Bühne Ascon De Nijs
Kostüme MAISON the FAUX
Musik Luke Deane
Dramaturgie Friederike Schubert

Inhalt

Ordnung versus Anarchie, Vernunft versus Gefühl, Ekstase versus Beherrschung: Bitch, Iʼm a Goddess bedient sich des antiken Backchen­Mythos und erzählt von einer Welt, die an der Radikalisierung ihrer Gegensätze zerbricht.
König Pentheus, Herrscher über Theben, installiert einen säkularen Staat. Fern der göttlichen Ordnung meint er, eine Gesellschaft in Frieden und Zufriedenheit etablieren zu können, indem er allein auf ihre Vernunft setzt. Doch Pentheus hat die Rechnung ohne Dionysos und die Sehnsucht des Menschen gemacht, zu denken und zu fühlen. Aus Groll, dass sie (ja, sie) nicht länger als Göttin anerkannt ist, demonstriert Dionysos ihre Macht und verführt das Volk zu Orgien in den Wäldern vor den Mauern der Stadt. Selbst die Königin Mutter fällt der Magie des Exzesses anheim. Im folgenden Kampf um die Gunst des Volkes stehen sich die kühle Vernunft des Pentheus und das anarchische Lustprinzip des Dionysos gegenüber.
Vernunft oder Gefühl – kann eines davon das fragile Konstrukt unseres Zusammenlebens sichern? Antidemokratische Kräfte wirken in Europa und darüber hinaus. Wie reagieren wir darauf, was können wir tun, ohne dem Populismus zu verfallen?
Der israelische Regisseur und Choreograf Guy Weizman will sich diesen elementaren Fragen unseres Zusammenlebens stellen. Seit 2017 leitet er gemeinsam mit Roni Haver das Noord Nederlands Toneel Groningen. Mit Ensemblemitgliedern des Schauspiel Hannover entsteht ein Theaterabend an den Schnittstellen von Schauspiel, Tanz und Performance.