Schauspiel

Fokus

Es war finsterer Wahnsinn, der weder bekämpft noch beschwichtigt werden konnte.

nach dem Roman von Arthur Miller
Uraufführung

Premiere

13. Mai 2022

Schauspielhaus


Termine und Karten

Inhalt

Lawrence Newman ist ein kleiner Angestellter eines großen New Yorker Unternehmens. Sein ganzer Stolz sind sein Einzelbüro, von dem aus er die Arbeit der untergebenen Stenotypist:innen überwachen kann, sowie sein Eigenheim in einer schmucken und sauberen Vorstadtsiedlung. Newmans oberste Maxime lautet Unauffälligkeit, doch sein wohlgeordnetes Leben gerät empfindlich aus der Bahn, als er aufgrund nachlassender Sehkraft eine Brille tragen muss. Plötzlich wird sein Aussehen als „jüdisch“ wahrgenommen und Newman, der bisher den Rassismen seiner Mitmenschen keinesfalls ablehnend gegenüberstand, findet sich nun selbst als Opfer von antisemitischer Hetze und gesellschaftlicher Ausgrenzung.
Amerikanische Truppen kämpfen gegen Nazideutschland, während zeitgleich im eigenen Land antisemitische Verschwörungstheorien alltäglich sind – dieses erschreckende Paradoxon inspirierte Arthur Miller 1945 zu seinem einzigen Roman Fokus, der heute wieder von beunruhigender Aktualität ist, wie die stetig wachsende Fallzahl antisemitischer Straftaten zeigt. Im Zentrum dieses packenden Porträts steht ein beinahe kafkaesker Held, den die Umstände zum Umdenken seiner eigenen Sichtweise zwingen.
Regisseurin Laura Linnenbaum inszeniert u.a. am Düsseldorfer Schauspielhaus, dem Staatstheater Dresden sowie dem Berliner Ensemble. Fokus ist nach Zeit aus den Fugen und Don Karlos ihre dritte Arbeit am Schauspiel Hannover.