Neun

Abschied – Beginn

 

Ein Projekt in Zusammenarbeit von Solistenensemble Kaleidoskop mit HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste und der Staatsoper Hannover

 

Staatsorchester und experimentelles Musikensemble haben sich zusammengefunden, um mit klassischem Orchesterrepertoire neue Darstellungsformen von Musik als Musiktheater zu untersuchen. Wo steht das Orchester der Zukunft und welche anderen Formen des gemeinschaftlichen Musizierens wollen erprobt werden? Ausgangspunkt für diese Reise sind zwei Monumente der Orchesterliteratur, die Anfang und Ende der großen romantischen Form markieren: die Neunten Sinfonien von Ludwig van Beethoven und Gustav Mahler.

Nach der ersten Koproduktion im Doppelpass-Projekt NEUN, Abschied, wird nun Beginn Premiere an der Staatsoper Hannover feiern, um dann im Radialsystem Berlin und in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste gezeigt zu werden.

 

Gefördert im Fonds Doppelpass der

 

Beginn

Komposition Michael Rauter Musikalische Leitung Richard Schwennicke
Regie, Choreografie Ben J. Riepe Bühne, Kostüme Ben J. Riepe, Gwen Wieczorek
Dramaturgie Julia Huebner

 

Solistenensemble Kaleidoskop, Musiker:innen des Niedersächsischen Staatsorchester

 

Fast 200 Jahre nach der Uraufführung der epochalen Komposition von Beethovens Neunter Sinfonie scheint ebenfalls eine Zeitenwende anzustehen: Nähern wir uns angesichts gesellschaftspolitisch einschneidender Umwälzungen wie den Folgen einer Pandemie und ökologischer Herausforderungen einem nötigen Neubeginn? Der Choreograf Ben J. Riepe, dessen Arbeiten den Tanz mit den visuellen Künsten und anderen Disziplinen verbinden, wird dieses Projekt gestalten. Wie kann eine zukünftige Welt aussehen? Spekulativ wird mit musikalischen und choreografischen Mitteln ein Beginn visioniert, der den Blick auf die Welt, wie sie bisher gestaltet war, in Frage stellt.

 

In dem Projekt werden unterschiedliche kompositorische Strategien für die jeweiligen Sätze der Sinfonie entwickelt und unter die performative Lupe genommen. Wie können sich musizierende Performer:innen in Bezug setzen zum musikalischen Material? Die Körperlichkeit der Orchestermusiker:innen selbst gerät in den Fokus der choreografischen Arbeit. Der Gegensatz von Streich- und Blasinstrumenten, von freien Musiker:innen und Mitgliedern eines Staatsorchesters sowie von notierten und improvisierten Klängen liefert die Basis, auf der die musikalische Neukreation Beginn entsteht.

 

Abschied

Regie Michael Rauter Choreografie Milla Koistinen Raum, Licht Ladislav Zajac Kostüme Johanna Perret Klangbild Johann Günter Dramaturgie Maja Zimmermann Choreografie Milla Koistinen, Michael Rauter Musikalische Leitung, Arrangement Ethan Braun

 

Solistenensemble Kaleidoskop, Musiker: innen des Niedersächsischen Staatsorchester

 

Im ersten Jahr hat sich das neu entstandene Ensemble dem Finalsatz mit der Bezeichnung Adagio. Sehr langsam und noch zurückhaltend aus Gustav Mahlers letztem vollendeten Werk, seiner 9. Sinfonie gewidmet. Dieses erst nach Mahlers Tod uraufgeführte Werk beschreibt den langen Abschied vom Leben; das Adagio, das die Sinfonie beschließt, ist im Verschwinden begriffene Musik, im wahrsten Sinne für die Ewigkeit komponiert. Die Performer:innen auf der Bühne nähern sich dem musikalischen Material Mahlers an und verwandeln es in eine musiktheatrale Meditation über die letzten Dinge.