Ausstellungen 2019/20

Sonderausstellungen 03.10.2019 bis 12.01.2020

 

Nina Hagen. Collection Arne Buhrdorf

 

Die Schauspielerin Christine Kaufmann. Fotografien von Hans-Günther Kaufmann

 

 

In den letzten Jahren haben wir in unseren Ausstellungen immer wieder durch den Blick auf ganz persönliche Objekte – Heinz Erhardts Brille, Heinrich Georges eiserne Hand, Joachim Fuchsbergers Pfeife, Falcos Schuhe – die besondere Nähe zu einzelnen Künstler*innen geschaffen. In unserer großen Sonderausstellung über Nina Hagen gehen wir einen anderen Weg: Wir erzählen von außen, aus der Sicht eines Fans, eines Sammlers.

 

Die Collection Arne Buhrdorf, auf die sich unsere Ausstellung gründet, geht auf das Jahr 1980 zurück. Arne Buhrdorf bekommt die LP Unbehagen geschenkt und stößt in der Zeitschrift Bravo auf Artikel über die Sängerin – und er beginnt, diese Berichte zu sammeln: Tonträger, Fotos, Autogramm- und Eintrittskarten, Bücher und Merchandising-Artikel aus der ganzen Welt kommen mit der Zeit hinzu. Inzwischen ist die Sammlung auf über 2.000 Zeitungsartikel und über 1.000 sonstige Exponate angewachsen. Bereits 2003 geht das von Arne Buhrdorf geführte Nina-Hagen-Archiv online, das ihre Karriere ausführlich dokumentiert und laufend aktualisiert wird: www.einfach-nina.de.

 

Anhand zum Teil sehr ungewöhnlicher und origineller Objekte erzählen wir in 12 Kapiteln von Nina Hagen: DDR – Nina Hagen Band, erstes Album – Punk – Christentum – Superstar – Benefiz, politisches Engagement – Indien – Werbe- und Stilikone – Schauspielerin – Nina & Friends – Gospel & Brecht – Frau Hagen hat was zu sagen.

 

 

Das Leben der deutsch-österreichischen Film- und Theaterschauspielerin Christine Kaufmann (1945-2017) erzählt erstaunliche Geschichten: Bereits in den 1950er Jahren wird sie im Alter von acht Jahren durch den Film Rosen-Resli zum Kinderstar. Durch den Film Stadt ohne Mitleid (1961) an der Seite von Kirk Douglas erlangt sie auch internationale Bekanntheit. Ein Jahr später gewinnt sie einen Golden Globe Award als beste Nachwuchsdarstellerin. Bei Dreharbeiten in Argentinien lernt sie 1961 den Hollywood-Schauspieler Tony Curtis kennen, den sie 1963 heiratet. Sie bekommt zwei Töchter. Nachdem die Ehe 1968 geschieden wird, geht Christine Kaufmann zurück nach Deutschland und beginnt für das Fernsehen zu arbeiten. Sie dreht erfolgreich mit den Regisseuren Werner Schroeter, Rainer Werner Fassbinder und Helmut Dietl. In den 1980er Jahren beginnen auch ihre Starauftritte auf der Theaterbühne.

 

Ihr Bruder, der Fotograf Hans-Günther Kaufmann (geb. 1943), gründet bereits mit 18 Jahren sein erstes Fotoatelier in München und macht sich als Werbe- und Modefotograf für die Zeitschriften wie Madame, twen und Playboy einen Namen. Er hat seine Schwester über die Jahre immer wieder porträtiert. In der Auswahl unserer Kabinettausstellung sehen wir Christine Kaufmann mit Tony Curtis oder dem Maler Ernst Fuchs. Es sind aber vor allem ganz nahe, ungeschminkte Aufnahmen von Christine Kaufmann, in denen wir sie fern ihrer beruflichen und privaten Krisen ganz persönlich erleben können.

 

Die Ausstellung wird im nächsten Jahr auch in der Hamburger Galerie Multiple Box zu sehen sein.

 

 

Durch Umbauten im Schauspielhaus steht die obere Etage im Museum für eine unserer Kabinettausstellungen nicht mehr zur Verfügung.