Schauspiel

Volksfeind

Was ich tue, tue ich im Namen der Wahrheit und um meines Gewissens willen.

nach Henrik Ibsen

Premiere

21. Januar 2022

Schauspielhaus


Termine und Karten

Fr, 21.01.2022 / 19:30 Uhr
Schauspielhaus / Premiere / anschließend Premierenfeier
24,00 € – 49,00 €
So, 30.01.2022 / 17:00 Uhr
Schauspielhaus / Einführung 16:15 Uhr / anschließend Nachgespräch
16,00 € – 38,00 €

Inhalt

Frau Doktor Stockmann leitet das örtliche Kurbad, den Stolz und das wirtschaftliche Fundament der Region. Doch bei einer Wasseruntersuchung stellt sie fest: Das Wasser im Bad ist vergiftet. Zusammen mit der Lokalzeitung will die Doktorin die Bevölkerung informieren. Vom Chefredakteur erhält sie erst noch Rückendeckung, aber der Bürgermeister des Ortes – und Bruder von Frau Stockmann – verhindert die Veröffentlichung. Zwischen beiden entbrennt ein erbitterter Streit darüber, was schwerer wiegt: Transparenz und Gesundheit der Badegäste oder ein möglicher wirtschaftlicher Schaden. Wie ein Lauffeuer erfasst der Konflikt den ganzen Ort. Und plötzlich wendet sich die öffentliche Meinung gegen die Wissenschaftlerin und ihre unbequemen Erkenntnisse.
Was der Hauptfigur hier passiert, erinnert nicht zufällig an die sogenannte Cancel Culture, das Aufbauen öffentlichen Drucks mit dem Ziel, polarisierenden und häufig diskriminierenden Haltungen keine öffentliche Bühne zu bieten. Gegner:innen sehen darin eine mögliche Einschränkung der Debattenvielfalt, Befürworter:innen ein Werkzeug gegen menschenverachtende Haltungen. Doch was passiert, wenn die Gegenseite die Strategie übernimmt?
Henrik Ibsen schrieb Ein Volksfeind 1882 als Reaktion auf die öffentliche Diffamierung seiner Person und Stücke, welche gesellschaftliche Konventionen infrage stellten. Es war ihm höchst suspekt, wie die „öffentliche Meinung“ zur Wahrheit erhoben wird und welche Konsequenzen das für diejenigen hat, die gegen gesellschaftliche Selbstverständlichkeiten aufbegehren.