Oper

La Juive

Die Jüdin

Fromental Halévy (1799 – 1862)
Oper in fünf Akten
Libretto von Eugène Scribe

14. September 2019

Opernhaus

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Inszenierung Lydia Steier Musikalische Leitung Valtteri Rauhalammi Bühne und Video (fettFilm) Momme Hinrichs Kostüme Alfred Mayerhofer Licht Susanne Reinhardt Chor und Extrachor Lorenzo Da Rio Dramaturgie Martin Mutschler Musiktheatervermittlung Marleen Kiesel Studienleitung Carlos Vázquez Tasteninstrument 1 Maxime Perrin Bühnenbildassistenz Sophia Schellong Kostümassistenz Kerstin Krüger Hospitanz Karina Häßlein Übertitel Milos Zilic

Rachel Hailey Clark Éléazar Zoran Todorovich Léopold Matthew Newlin Prinzessin Eudoxie Mercedes Arcuri Kardinal Brogni Shavleg Armasi Ruggiero Pavel Chervinsky Albert Hubert Zapiór

Chor der Staatsoper Hannover Extrachor der Staatsoper Hannover Niedersächsisches Staatsorchester Hannover Statisterie der Staatsoper Hannover
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THEATERZEIT: Lydia Steier spricht über "La Juive"
Materialien
Programmheft "La Juive"
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Inhalt

Wieviel Offenheit erträgt eine Gesellschaft in politisch aufgeladenen Zeiten? Der Konflikt, der sich im ausgehenden Mittelalter zwischen einem Kardinal und einem jüdischen Goldschmied entfaltet, wird zum gesellschaftlichen Sprengstoff, der mitten ins Herz der Toleranzvorstellungen auch unserer Zeit trifft.
Konstanz 1414: Während der verbitterte Jude Éléazar bereit ist, seine Tochter zu opfern, kommt sein Gegenspieler Kardinal Brogni schnell an die Grenzen der eigenen Nächstenliebe. Keiner von beiden wird die Vorgeschichte aus Kränkungen und Schicksalsschlägen los, denn immer wieder spielt sich ein populistisch gelenktes Volk in den Vordergrund und verlangt Rechenschaft. Halévy zeigt in seiner großen, 1835 in Paris uraufgeführten Oper die Reibung zwischen Menschen, die den Anderen in seiner Fremdheit nicht mehr gelten lassen können. Jede Figur ruft Gott an – und jede meint einen anderen. Auf raffinierte Weise bündelt La Juive diesen Widerspruch in der Musik. Die Demokratie testet auf der Bühne ihre eigene Toleranz, das Theater beweist seine Fähigkeit, Ort des politischen Diskurses zu sein.
Am Pult des Staatsorchesters leitet Constantin Trinks die opulenten Chorszenen und virtuosen Arien des Stücks. Der Dirigent ist regelmäßiger Gast an den großen Opernhäusern der Welt und arbeitete zuletzt an der Seattle Opera, an der Bayerischen Staatsoper und am Teatro dell’Opera di Roma. Als Éléazar ist der stimmgewaltige Tenor Zoran Todorovich zu erleben.
In den Händen des Teams um Regisseurin Lydia Steier entsteht ein komplexer Bilderbogen mit doppelten Böden. Steier, deren Inszenierung von Karlheinz Stockhausens Donnerstag aus Licht in Basel von der Fachzeitschrift „Opernwelt“ zur besten Aufführung des Jahres 2016 gewählt wurde, zeigt eine anspielungsreiche Zeitreise, bei der die Uhren rückwärts gehen und von der heutigen Epoche der Massenmedien bis auf den Grund der Neuzeit führen. Dabei sucht sie die Brisanz der Geschichte: Wie weit kann die gesellschaftliche Assimilierung von Menschen aus anderen Kulturen gehen? Wo liegen die Quellen der Klischeebilder in unserem Kopf? Vom Jahre 1414 aus stellt sich neu die Frage: Sind sie immer noch darinnen?

Pressestimmen

Hannoversche Allgemeine Zeitung / Stefan Arndt

"Eine virtuose, opulente Inszenierung, packende Musik und ein vergessenes Erfolgsstück, das neu glänzt: An der Staatsoper gelingt der Neustart mit 'La Juive'."

Neue Presse / Henning Queren

"Die Begeisterung ist greifbar, hier gelingt der Start in eine neue Ära. [...] Die 'Grand Opéra' von Fromental Halèvy ermöglicht es dem ganzen Haus, sich von der besten Seite zu zeigen."

Deutschlandfunk Fazit / Uwe Friedrich

„Musikalisch à la bonne heure“

Deutschlandfunk Kultur heute / Elisabeth Richter

„Reich, bunt und opulent bebilderte Zeitreise […] ein großartiger Abend einer mehr als lohnenden brandaktuellen Oper.“

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