Konzert

3. Sinfoniekonzert: Klangrausch

Maurice Ravel (1875 – 1937)
Menuet antique
Claude Debussy (1862 – 1918)
La Mer
Drei sinfonische Skizzen für Orchester
Alexander Zemlinsky (1871 – 1942)
Lyrische Sinfonie op. 18

24. November 2019

Opernhaus

Termine und Karten

Musikalische Leitung Jordan de Souza

Sopran Katherine Broderick Bariton Michael Kupfer-Radecky

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Inhalt

Um 1900 wurden die Orchesterbesetzungen groß und größer, die Klänge rauschhafter, die Inhalte exotischer. Der junge Dirigent Jordan de Souza, musikalischer Senkrechtsstarter aus Kanada und seit 2017 Erster Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin, debütiert mit drei Werken des Fin de siècle beim Niedersächsischen Staatsorchester Hannover.
Auf Maurice Ravels Menuet antique – ein heiteres Menuett, gekleidet in ein klanglich verführerisches Orchestergewand – folgen Claude Debussys sinfonische Skizzen La Mer. „Wenn man die See betrachtet, wird man keine so starken Sinneseindrücke haben wie beim Hören von La Mer“, soll Swjatoslaw Richter über dieses Schlüsselwerk des französischen Impressionismus gesagt haben. Die Natur selbst verwandelt sich in Musik: das Orchester murmelt, wogt und rauscht, glitzert, gleißt und blendet, um das Spiel der Wellen und den Dialog von Wind und Meer hörbar zu machen.
Nicht die Natur, sondern die menschliche Liebe fasst Alexander Zemlinsky in seiner Lyrischen Sinfonie in Töne. In seinem bedeutendsten Werk beschwört Zemlinsky betörend expressiv den Klangrausch der Jahrhundertwende. Mit Mahlers Lied von der Erde vergleichbar, vertont Zemlinsky exotische Texte zu Orchesterliedern, hier die metaphorisch überrreichen Gedichte des Bengalen Rabindranath Tagore, Literaturnobelpreisträger von 1913. Doch die sieben Lieder im Wechsel von Männer- und Frauenstimme verbinden sich zu einem sinfonischen Musikdrama über die Liebe, über Sehnsucht und Traum, Leidenschaft und Überschwang, Trennung und Entsagung bis zur asketisch verklärten Einsamkeit.
Mit Katherine Broderick und Michael Kupfer-Radetzky stehen zwei renommierte Solist*innen auf dem Podium: die britische Sopranistin ist Preisträgerin des Kathleen Ferrier Award und erfolgreiche dramatische Mozart- und Wagner Sängerin, und der deutsche Bariton, neu im Ensemble der Staatsoper, hat Wagner- und Strauss-Partien an den großen Opernhäusern Europas gesungen, darunter Mailand, Paris, München und Moskau.