Oper

Tosca

Was ich begehre, das jage ich

Giacomo Puccini (1858 – 1924)
Melodramma in drei Akten
Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica
nach dem gleichnamigen Drama von Victorien Sardou

Opernhaus


Einführung 19:00 Uhr

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

2 Stunden 30 Minuten, eine Pause

Inszenierung Vasily Barkhatov
Musikalische Leitung Kevin John Edusei / Eduardo Strausser
Licht, Video Alexander Sivaev
Kinderchor Heide Müller
Dramaturgie Regine Palmai
Musiktheatervermittlung Eva-Maria Kösters
Floria Tosca Liene Kinca
Baron Scarpia / Ein Schließer Seth Carico
Mario Cavaradossi Rodrigo Porras Garulo / Damir Rakhmonov, Hovhannes Ayvazyan
Cesare Angelotti Yannick Spanier / Richard Walshe
Ein Hirt Solist des Knabenchores der Chorakademie Dortmund
Sciarrone Nils Sandberg
Der junge Scarpia (Glocke) Jannik Fröhlich* / Moritz Wappler*
Marchesa Attavanti Leonie Jannack / Gioia Laliscia


Chor der Staatsoper Hannover,
Extrachor der Staatsoper Hannover,
Kinderchor der Staatsoper Hannover,
Podcast
THEATERZEIT: Seth Carico im Interview
Materialien
Programmheft "Tosca" (Auszug)
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Inhalt

Folter und Tod, Glocken und Kanonen sind der Stoff, aus dem Puccinis fünfte Oper gemacht ist. Er komponiert ein naturalistisch schockierendes Drama über die packenden letzten 24 Stunden im Leben der Sängerin Tosca – zerrissen zwischen ihrem Geliebten, dem Künstler Cavaradossi, und dem skrupellosen Machtmenschen Scarpia. Klangkontraste im Opernthriller sind das Läuten von Kirchenglocken, der Gesang eines kleinen Jungen, Toscas verzweifelt-inniges Gebet und Cavaradossis glühende Lyrismen in bekannter Puccini-Süße. Der Komponist, ein Vorreiter der Filmmusik des 20. Jahrhunderts, sicherte Tosca durch musikalische Dichte und Emotionalität einen Platz in der ersten Reihe der italienischen Opern.
Dass Puccini eine Sex-and-Crime-Story auf die Bühne bringen wollte, nimmt Vasily Barkhatov ernst. Für den russischen Regisseur, der an Häusern wie der Oper Basel, der Deutschen Oper Berlin, dem Theater an der Wien und der Oper Frankfurt gefragt ist, ist die Neuinszenierung weniger politisches Historiendrama als der Kampf zweier Alphamänner um eine starke Frau. In einer Welt, in der Kunst und Macht sich glamourös in der Öffentlichkeit begegnen, geht es in den Hinterzimmern um persönliche Begehrlichkeiten. Bühnenbildner Zinovy Margolin wird für das moderne psychologische Beziehungsgefüge, in dem alle Täter auch Opfer sind, eine bildgewaltige Szenerie auf mehreren räumlichen Ebenen schaffen. Die Musikalische Leitung übernimmt Kevin John Edusei, einer der herausragenden Dirigenten der jungen Generation, Chefdirigent der Münchner Symphoniker und des Konzert Theater Bern. Er dirigierte an der Hamburgisches Staatsoper, der Semperoper Dresden, am Concertgebouw Amsterdam und war zuletzt zu Gast in Paris und an der Komischen Oper Berlin.

Mehr Informationen

Festival: Passionen
Nachgespräch am 27.03.2020, 22:00 Uhr
„In Chiesa“ – Weibliche Passionen

GÄSTE
Doris Reisinger (Theologin, Philosophin und Autorin)
und Beteiligte der Aufführung

MODERATION Regine Palmai (Chefdramaturgin der Staatsoper)
Zum Programm des Festivals: staatstheater-hannover.de/de_D...

Pressestimmen

Online Musik Magazin

Vor dem Hintergrund seiner Analysen zeigt der Regisseur die Handlung nicht nur szenisch mit unzähligen klugen Details, sondern auch sehr nah an der Musik orientiert, was dem ganzen Abend einen grausamen Schauer überzieht, wenn man sich auf diese Sichtweise einlässt. Und das sollte man, denn sie ist in jeglicher Hinsicht spannend und tief bewegend. [...] Seth Carico ist ein so fantastischer Sängerdarsteller [...]. Mit seinem stimmvollen, hochkultivierten und traumhaft schön timbrierten Bariton gestaltet er ausdrucksstark und differenziert, nie protzig auftrumpfend die vielschichtigen Charakterseiten des Täters und Opfers Scarpia und macht die regieliche Interpretation dieses Menschen intensiv erlebbar. Ein grandioses Haus- und Rollendebut!

HAZ

So zeigt Barkhatov, dass unter der reißerischen Oberfläche des Stückes mehr steckt, als bisher zu ahnen war: Die Diskussion um „Tosca“ ist endlich wieder eröffnet. Mehr kann ein Regisseur kaum erreichen.