Spezial

Festival Theaterformen

8. bis 18. Juli 2021


Termine und Karten

Sa, 10.07.2021 / 18:30 Uhr Homecooking - Neues aus der diasporischen Küche
Ballhof Zwei
18,00 €
So, 11.07.2021 / 18:30 Uhr Homecooking - Neues aus der diasporischen Küche
Ballhof Zwei
18,00 €
So, 11.07.2021 / 20:00 Uhr How To Turn To Stone
Ballhof Eins
18,00 €
Mo, 12.07.2021 / 17:00 Uhr Stay a Little Longer (or How Did We Get Here?)
Schauspielhaus / Einlass alle 10 Minuten
14,00 €
Mo, 12.07.2021 / 18:30 Uhr Homecooking - Neues aus der diasporischen Küche
Ballhof Zwei
18,00 €
Di, 13.07.2021 / 17:00 Uhr Stay a Little Longer (or How Did We Get Here?)
Schauspielhaus / Einlass alle 10 Minuten
14,00 €
Mi, 14.07.2021 / 17:00 Uhr Stay a Little Longer (or How Did We Get Here?)
Schauspielhaus / Einlass alle 10 Minuten
14,00 €
Fr, 16.07.2021 / 19:30 Uhr Precarious Moves
Cumberlandsche Bühne
18,00 €
Sa, 17.07.2021 / 19:00 Uhr Tanz: Eine sylphidische Träumerei in Stunts
Schauspielhaus
26,00 €
Sa, 17.07.2021 / 19:30 Uhr Losing It
Ballhof Eins
18,00 €
Sa, 17.07.2021 / 19:30 Uhr Precarious Moves
Cumberlandsche Bühne
18,00 €
Sa, 17.07.2021 / 21:00 Uhr Embryo
Ballhof Zwei
18,00 €
So, 18.07.2021 / 18:00 Uhr Embryo
Ballhof Zwei
18,00 €
So, 18.07.2021 / 19:00 Uhr Tanz: Eine sylphidische Träumerei in Stunts
Schauspielhaus
26,00 €
So, 18.07.2021 / 19:30 Uhr Losing It
Ballhof Eins
18,00 €

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Inhalt

Elf Tage mit internationalem Theater, Veranstaltungen und Workshops an einem besonderen Ort mitten in Hannover: Das Festival Theaterformen zeigt mit seiner Ausgabe 2021 eine außergewöhnliche Edition auf den Bühnen des Staatstheaters und auf der Raschplatzhochstraße, die während des Festivalzeitraums umgewidmet und zur Performance- und Probierfläche rund um das Thema Klimagerechtigkeit wird. Die Festivalausgabe 2021 ist die erste von Anna Mülter kuratierte.

Teil des Festivals ist ebenfalls das Stück Ich bin nicht tot von Lola Arias, eine Koproduktion mit dem Schauspiel Hannover. Mehr Infos und Termine dazu hier.

Ausführliche Informationen zu den einzelnen Stücken und weitere Neuigkeiten rund um das Festival Theaterformen finden Sie unter www.theaterformen.de.

Mehr Informationen

No Gambling
von Simone Aughterlony & Julia Häusermann, Zürich
Nachts wird gespielt, in Casinos, in Kellern, in Hinterzimmern. Auf einer grünen Filzfläche, auf der normalerweise Billardkugeln rollen, bewegen sich Performer*innen. Musik ist an. Die Dartscheibe? Eine Sinnestäuschung, ein aufgehender Mond vielleicht. Das Mobilee sieht aus wie ein zerbrechliches Gebilde aus Weltraummüll. Auf der Bildfläche erscheinen ein Mischwesen, ein menschengroßer Würfel und ein Joker. Und verschwinden wieder. „No Gambling“ spielt mit Wiederholung und Moral, mit Vorstellungen von Sucht und Verlangen. Es sucht das Magische im Alltäglichen, das Risiko im Spiel. Aber was, wenn das Eis schmilzt, der Sand neu verteilt und die Melone aufgegessen ist - womit spielen wir dann noch?

Homecooking - Neues aus der diasporischen Küche
von Simone Dede Ayivi, Berlin
Simone Dede Ayivi und Kompliz*innen haben sich zum Kochen verabredet und Rezepte, Einkaufslisten und ganze Küchen gesammelt. Das alles mit den dazugehörigen Geschichten über familiäre Verbindungen und Abnabelungsprozesse, kulinarischen Integrationszwang, Fake-Fufu, das Hummus-Paradox und Köfte-Exotismus. Sie präsentieren schwer Verdauliches als leichte Kost. Gemeinsam schreiben sie das theatrale Kochbuch ihres kulinarischen Migrationserbes und fragen sich: Was werden wir morgen kochen?

How To Turn To Stone
von Manuela Infante, Santiago de Chile
Ein Stein wird nicht geboren. Er wächst nicht. Er stirbt nicht. Er ist widerstandsfähig und nahezu unverwüstlich. Mit ihrer neuesten Arbeit setzt Manuela Infante ihre Versuchsreihe zu nicht-anthropozentrischem, nicht-humanistischem Theater fort, um der Vorstellung vom Menschen als Maß aller Dinge etwas entgegenzusetzen.
„How To Turn To Stone“ ist ein mineralisches Stück mit erodierten Erzählungen, die sich wie Gesteinsschichten verdichten und in übereinandergestapelten Klanglandschaften einen kritischen Blick aufs Menschsein werfen.

Stay a Little Longer (or How Did We Get Here?)
von Noëmi Lakmaier, London
Einsamkeit, Nähe und Distanz - die Pandemie hat uns mit der Erfahrung äußerer Bedrohung und sozialer Isolation konfrontiert. Noëmi Lakmaier stellt sich in ihrer Performance diesen Themen und lässt zwei Körper in einer eigenartigen Umgebung zusammenkommen, zusammen sein, zusammen ausharren. Ein intimes Erlebnis, das vielleicht dem „social distancing“ etwas entgegenzusetzen hat.

Lavagem
von Alice Ripoll, Rio de Janeiro
„Lavagem“ wendet das Waschen ins Metaphorische, den Akt des Reinigens in eine performative und politische Geste. Es ist die neueste Arbeit der brasilianischen Choreografin Alice Ripoll und der Kompanie REC, die soziale Hierarchien und etablierte Beziehungen untersucht - und zu kippen versucht. Denn wenn die Körper glitschig sind, den Halt verlieren und einander nicht fassen können, schaffen sie es vielleicht, die ausbeuterischen kapitalistischen Verhältnisse und rassistischen Zuschreibungen fernzuhalten.

Killjoy Quiz
von Luanda Casella, Gent
Der seichte Spaß einer Fernsehshow weicht bald einem Gedankenspiel, einer strengeren, aber produktiveren Übung, die das Diskutieren herausfordert und hinter die Fakten führt. Nicht die Punkte, sondern der Dialog sind das Ziel, denn Worte sind ein hohes Gut und Redekunst ist eine Waffe. „Killjoy Quiz“ ist inspiriert von Sarah Ahmeds „Killjoy Manifest“ und ihrer Figur der feministischen Spaßverderberin, die die gewalttätige Natur von Ideologien anprangert, indem sie die manipulative Kraft von Sprache und Rhetorik entlarvt, die sie formen.

Precarious Moves
von Michael Turinsky, Wien
Von der Erfahrung körperlicher Behinderung ausgehend knüpft Turinsky einmal mehr an das Konzept der „Crip Time“ an, in einem (Auf-)Begehren gegen das Diktat der Einpassung von Körpern in die systemischen Regime der hegemonialen Mobilitäts- und Mobilisierungskulturen. Changierend zwischen Organischem und Organisation entfaltet sich Precarious Moves als Erkundung jener seltsamen Schleife, die den Körper mit der sinnlichen Welt, durch die er sich bewegt, verbindet.

Embryo
von Mira Hamdi, Tunis
Ausgehend von den eigenen Erfahrungen stellt die Spoken Word Performer*in Mira Hamdi die Kämpfe von Frauen of Color und der LGBTQ Community in den Mittelpunkt. Hamdi beschreibt tagtägliche Erfahrungen von Unterdrückung als eine Person, die auf verschiedenen Ebenen Diskriminierung erfährt. Was bedeutet es für die eigene Existenz, permanent als „anders“ wahrgenommen zu werden? Die kraftvollen, sich selbst behauptenden Gedichte sind ein Akt der Ermächtigung und der Heilung. Die starken Texte verbindet Hamdi mit einer reduzierten, aber ausdrucksstarken Bewegungssprache sowie mit den Bildern der Filmemacherin Nao Maltese.

Losing It
von Samaa Wakeem, Mi’elya
In einem Konfliktgebiet aufzuwachsen, bedeutet Politik zu leben und zu atmen. Die palästinensische Choreografin und Schauspielerin Samaa Wakeem fragt sich, wie sich diese Erfahrungen auf ihre Identität auswirken. Überträgt sich das Trauma von einer Generation auf die nächste? Ausgehend von konkreten Erinnerungen untersucht Samaa Wakeem die Auswirkungen einer schwer greifbaren Angst auf den Körper und entwickelt daraus die Bewegungen dieses Tanzstücks.

Tanz: Eine sylphidische Träumerei in Stunts
von Florentina Holzinger, Wien
„TANZ“ ist ein Stück über körperliche Disziplinierung und den Schönheitskult, der tief verwurzelt ist in der tänzerischen Tradition. Auf der Suche nach Perfektion gehen die Performer*innen an körperliche Grenzen, und es entstehen drastische Parodien sensationslüsterner (Körper-)Bilder, die das Derbe ins Erhabene verwandeln.