Schauspiel

Das Bildnis des Dorian Gray

Wir liegen alle in der Gosse, aber einige von uns betrachten die Sterne – Oscar Wilde

nach dem Roman von Oscar Wilde
Deutsch von Eike Schönfeld

Premiere

01. November 2020

Ballhof Eins


ca. 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

Termine und Karten

Mo, 07.12.2020 / 19:00 – 20:45 Uhr Ballhof Eins
entfällt
Fr, 18.12.2020 / 19:30 – 21:15 Uhr Ballhof Eins
entfällt
Sa, 19.12.2020 / 19:30 – 21:15 Uhr Ballhof Eins
entfällt

Weitere Termine anzeigen

Weniger Termine anzeigen

calendar_open_alt
calendar_close_alt
Podcast
Theaterzeit zu „Das Bildnis des Dorian Gray“
Materialien
Programmheft zu „Das Bildnis des Dorian Gray“
Datei herunterladen PDF

Inhalt

„There’s a thousand you’s / there’s only one of me.“ (Kanye West: Stronger)

Kein Wunsch ohne Folgen: Der junge, wunderschöne Dorian Gray wird im Atelier des Malers Basil Hallward porträtiert. Von den verstörenden Lebensweisheiten des Dandys Lord Henry verführt, ist Dorian bereit, seine Seele zu verpfänden: Nicht sein Körper, sondern das hergestellte Bild soll an Stelle des Abgebildeten altern und Dorians reale Schönheit für immer bestehen bleiben. Sein körperliches und moralisches Degenerieren verzeichnet von nun an das Bildnis. Er verliert alle Hemmungen und führt über 20 Jahre als lebendes Kunstwerk ein Dasein jenseits der gesellschaftlichen Regeln und Konventionen.
Es beginnt ein Ritt durch die Hölle des industriellen Kapitalismus und der modernen Selbstverliebtheit — Erlebnishunger, Gier nach Genuss und schönen Dingen, radikale Ich-Bezogenheit, Fetischisierung von Jugend und Körpern.
In seinem einzigen Roman zeichnete der irische Schriftsteller Oscar Wilde 1891 eine der bekanntesten Doppelgänger-Figuren der Weltliteratur. Regisseur Nikolas Darnstädt entwirft in seiner Adaption eine Welt voller Oberflächen, Screens und sich exponierender Kunstfiguren, die in ihrer unstillbaren Sucht nach ewigem Ruhm in sich selbst ertrinken. Die Lüge der Prominenz, die nur noch über das Herstellen von Bildern seiner selbst erlangt wird, führt zum totalen Kontrollverlust dieser Bilder in einer Zeit, in der das Bild die manipulierbare Warenform des Menschen geworden ist.

Die im Bühnenbild verwendete Requisite „Solarium-Liege“ wurde von dem Musik-Video „Fukk Sleep“ von A$AP Rocky feat. FKA twigs inspiriert, die stehende Skulptur von Oskar Schlemmers „Abstrakte Figur“.

MEHR ZUM STÜCK:
„Eine Welt voller Oberflächen“ – Die Fotostrecke der Videodesignerin Anneli von Klitzing gibt einen ersten Vorgeschmack auf die Bildmaschine, die im Ballhof Eins losgetreten wird: staatstheater-hannover.de/de_D...

Pressestimmen

Hannoversche Allgemeine Zeitung

Regisseur Nikolas Darnstädt hat das Stück mit mutigem Zugriff gepackt. Ein Stück im Playback-Modus: Das Ensemble macht nur die Münder auf und zu, gestikuliert wild und hüpft zur Musik auf der Bühne herum. Sie machen das so gut, dass man eine Zeit lang nicht merkt, dass sie nicht selber sprechen. Der Mut, den Stoff so zu packen, das Grelle und Exaltierte nicht zu scheuen, sondern auszustellen, ist bewundernswert.