Theatermuseum

Herzlich Willkommen im theatermuseumhannover!  

 

"Alle Erinnerung ist Gegenwart." Novalis

 

Hannovers Adresse für lebendige Theatergeschichte. Drei Etagen bieten Platz für wechselnde Sonderausstellungen, die sich Themen und Protagonisten rund um die darstellenden Künste auf kreative Weise annähern. Lesungen, Konzerte und Kindertheater sorgen darüber hinaus für ein abwechslungsreiches Programm. Besuchen Sie uns in der Prinzenstraße, direkt im Schauspielhaus! 

 

 

 

 

SONDERAUSSTELLUNGEN 

 

22. September bis 11. Dezember 2016 

 

+ Heinrich George. Eine Begegnung

+ Der kleine Prinz. Die Illustrationen von Antoine de Saint-Exupery

+ 1000 Augen, ein Gesicht. Die Umschläge der rororo-Taschenbücher von Gisela Pferdmenges und Karl Gröning jr.

 

»Reiter auf hohem Roß, oft zu hohem Roß, brutal und zugleich fähig, niederzubrechen vor einer geliebten Frau. Nichts an George war halb. Er war ein Gladiator. Er konnte es nicht lassen, um keinen Preis, in die Arena zu steigen in eitler prangender Rüstung, um vor seinem Cäsar seine Waffenspiele zu zeigen. Er brauchte Applaus, er fraß Applaus,gierig wie ein Raubtier. Er hatte etwas von der unsäglichen Traurigkeit der wilden Tiere im Zoo.« Jürgen Fehling

 

 

Liebe Besucher, liebe Freunde!

 

Mitten in den Vorbereitungen auf unsere große Heinrich-George-Ausstellung erreichte auch uns die traurige Nachricht vom Tod Götz Georges. Die Überlegung war da, die geplante Ausstellung zu verschieben oder abzusagen. Die Familie George zeigte aber weiterhin Interesse an unserem Vorhaben. So danken wir Götz Georges Familie für ihr Vertrauen und ein ganz besonderes Objekt, das wie kein anderes so viele Geschichten um den Namen Heinrich George erzählen kann: Die eiserne Hand, die Heinrich George in seiner Paraderolle als Götz von Berlichingen getragen hat!

Götz George wusste von den Plänen zur Ausstellung und sein älterer Bruder Jan George war es dann, der uns die Tür in die Welt Heinrich Georges geöffnet hat. Ohne die persönliche Begegnung mit ihm und die Bereitschaft uns sein Familienarchiv zu öffnen, wäre die Ausstellung nicht zustande gekommen.

Ihm und seiner Frau Heike Nasseri-George danken wir ganz herzlich für ihre Gastfreundlichkeit in ihrem Haus in Berlin-Zehlendorf, für die langen Gespräche, die vielen internen Informationen und die großzügige Überlassung zahlreicher Exponate. Wir freuen uns sehr, dass Jan George mit seiner Frau zur Eröffnung der Ausstellung nach Hannover kommt!

Bedanken möchten wir uns ebenfalls bei der Familie Ketels, die uns einen Blick in die Villa Heinrich Georges am kleinen Wannsee ermöglicht und uns ihre große George-Sammlung für die Ausstellung überlassen hat. Wie so oft in den letzten Jahren hat uns auch jetzt wieder der Berliner Sammler Werner Mohr in unserer Arbeit unterstützt. Und Inge Mathes vom Deutschen Theater in Göttingen hat uns eine Kiste mit Dokumenten zu Götz Georges Theaterzeit in Göttingen zugeschickt. Auch dafür Dank! Als wichtige Ergänzung zu unserer Ausstellung hat unser Nachbar vom Kommunalen Kino, Ralf Knobloch-Ziegan, eine umfangreiche Heinrich-George-Filmreihe ins Programm (www.koki-hannover.de)

genommen. Besten Dank!

 

Sich der Figur Heinrich Georges heute zu nähern ist nicht ohne Wagnis. Seine Rolle im 3. Reich und sein Mitwirken in Propagandafilmen liegen schwer auf der Beurteilung seiner Person. Nicht zuletzt sein früher, tragischer Tod 1946 im Lager Sachsenhausen verdeckt die vielen anderen Stationen und Facetten seines Lebens. Die Ausstellung versucht aus dem Blickwinkel der Nachgeborenen ein Bild dieses ungewöhnlichen Künstlers zu schaffen, mit all seinen Verwerfungen und Narben.

 

Was ist zu sehen? Vor dem eigentlichen Eintritt in die Ausstellung begibt sich der Besucher in einen Hörraum, um allein der Stimme Heinrich Georges zu begegnen: »Es lebe die Freiheit« aus dem Theaterstück »Götz von Berlichingen«.

Die Ausstellung beginnt dann – auch als Hommage an Götz George – mit dem Film »George« (2013) von Joachim A. Lang. Götz George spielt darin Heinrich George. Der Sohn spielt den Vater. In zwei weiteren filmischen Porträts, in denen auch die Familie, Zeitzeugen und Kollegen zu Wort kommen, wird die Biografie Heinrich Georges umrissen. Ein weiteres besonders Zeugnis, das in der Ausstellung zu sehen ist, ist die Aufzeichnung einer Matinee in Berlin.

Götz George und sein Bruder Jan stellen sich Fragen über ihre Kindheit und ihre berühmten Eltern. Der Film ist auch deshalb so bemerkenswert, weil sich Götz George in der Öffentlichkeit nicht oft über seinen Vater geäußert hat.

Die Vitrinen sind reich an Erinnerungsstücken, die sich noch heute im Besitz der Familie befinden. So auch noch die große Fotosammlung, aus der wir vor allem Originalfotografien von Rollenporträts Heinrich Georges zeigen. Der Nähe zur Familie verdanken wir etwa 200 meist unveröffentlichte Privataufnahmen,

die vor allem etwas über den Menschen hinter der Maske erzählen können.

Das berufliche und private Leben Heinrich Georges ist überreich an Themen. Nicht weniger interessant sind die Biografien von Berta Drews, Jan George und Götz George, die natürlich auch in der Ausstellung gestreift werden. An 13 Bühnenpodesten hat der Besucher die Möglichkeit, selber in die Recherchearbeit einzusteigen. Mit Hilfe von Presseveröffentlichen, Programmen usw. kann er sich in über 20 Themen weiter vertiefen.

Hier findet sich u.a. Material zu Heinrich Georges Bühnen- und Filmtätigkeit, zu privaten Aspekten, zu seinen Gastspielreisen oder auch weiterführende Auskünfte über Berta Drews und Götz George sind hier zu finden.

Die Gestaltung der Ausstellung soll die Idee der Begegnung veranschaulichen.

Es ist uns – wie selten – schwer gefallen, das Thema abzuschließen. Ein Name ergab den nächsten, ein Dokument führte zu weiteren Aspekten. Die Befragung Heinrich Georges selbst, die durch seinen frühen Tod nicht mehr möglich ist, kann nicht abgeschlossen werden.

 

Wieder zeigen wir neben der großen Sonderausstellung zwei Kabinettausstellungen zu fesselnden Themen: Prof. Dr. Hans-Otto Hügel und Jan Schönfelder teilen mit uns die Liebe zu den schönen alten rororo-Taschenbücher, die ab 1950 erschienen und von den Künstlern Gisela Pferdmenges und Karl Gröning jr. zehn Jahre gestaltet worden sind. So wie sie sind auch wir früher durch die Antiquariate gezogen und haben nach den rororo-Bändchen mit den Leinenrücken gesucht, um die Reihe möglichst komplett als Erstauflage zu besitzen. 2010 haben Hans-Otto Hügel und Jan Schönfelder mit ihren Studenten der Universität in Hildesheim einen wunderschönen Katalog mit vielen Abbildungen herausgegeben und eine Ausstellung gestaltet. Im Theatermuseum ist die Schau jetzt erstmals wieder zu sehen.

In unserer anderen Kabinettausstellung stellen wir die wunderbaren Zeichnungen von Antoine de Saint-Exupéry zu seinem Buch »Der kleine Prinz« aus. Ein Buch, das man durch alle Lebensabschnitte immer wieder neu lesen kann. Nicht nur für unsere vielen jungen Besucher, die wir sonntags zu unserem Kindertheater begrüßen können, werden diese Zeichnungen sicher eine Entdeckung sein. Übernommen haben wir die Zeichnungen von Michael-Andreas Wahle, dessen große John-Lennon-Sammlung wir im Frühjahr 2016 ausgestellt haben.

 

Wir möchten Sie ganz herzlich einladen:  Die drei neuen Ausstellungen eröffnen wir am Donnerstag,dem 22. September 2016, um 19 Uhr, mit einem Theaterabend

Berta Drews: Mein Mann Heinrich George.

Szenische Lesung mit der Schauspielerin Laetitia Mazzotti

Bitte reservieren Sie sich rechtzeitig Freikarten! Das Museum hat an diesem Tag ab 18 Uhr geöffnet.

Für einen kleinen Umtrunk ist gesorgt.

 

 

Es grüßen Sie ganz herzlich aus der Prinzenstraße

 

Dr. Carsten Niemann, Myriam Pechan, Jutta Rawer und

das Team der Ehrenamtlichen Heide-U. Ehlert, Marianne Horzella,

Christa Huber, Vera Knobloch,Rudolf Linder, Ingrid Parenica, Michael Rieke, Jens Schmidt und Hans Simmon

 

 

 


 

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