Theatermuseum

 

"Jeder Mensch ist ein Museum." 

Frankfurter Allgemeine Zeitung 21. Juli 2017

 

Das Theatermuseum Hannover, gegründet 1928, bietet auf drei Etagen Platz für wechselnde Sonder- und Kabinettausstellungen, die sich Themen und Protagonisten rund um die darstellenden Künste auf kreative Weise annähern. Vorträge, Lesungen, Konzerte und Kindertheater sorgen darüber hinaus für ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm. Besuchen Sie uns in der Prinzenstraße, direkt im Schauspielhaus!

 

Zur Zeit haben wir zur Vorbereitung der nächsten Sonderausstellungen bis Ende August 2017 geschlossen.

»Wir haben einen Plan!«

 

 

MÄCHTIG GEWALTIG!

DIE OLSENBANDE IM MUSEUM

         Sonderausstellungen

THEATER, FILM UND KUNST IN KLEINEN FORMATEN.

SAMMELBILDER VON 1875 BIS HEUTE

       2. September bis 3. Dezember 2017

KÜNSTLERKARIKATUREN VON CARL-HEINZ DÖMKEN

(1929-2011)

 

                          Hannover, im August 2017

 

Liebe Besucher, liebe Freunde!

 

Wir haben den Journalisten, Künstler, Karikaturisten und Pferdezüchter Carl-Heinz Dömken (1929-2011) noch persönlich kennengelernt. Das war 2008, anlässlich unserer großen Karl-May-Ausstellung. Besucht haben wir ihn auf seinem Gestüt in der Nähe von Uelzen. Hier lebte er mit seiner Frau zurückgezogen, nur umgeben von seinen berühmten Araber-Hengsten, seinen Hunden und seinen geliebten Totenkopfaffen, die in seinem Haus ein eigenes Zimmer bewohnten.

Begegnet sind wir Carl-Heinz Dömken noch auf eine andere Weise. Im Programmheft des Landestheaters Hannover vom Juni 1951 finden sich 28 Zeichnungen von ihm. Es sind Karikaturen der berühmten "Brigade Ballhof": Von Kurt Erhardt, Rudolf Schulz, Hermann Stelter, Fridel Mumme, Peter Beauvais, Guenther Neutze und Hanns Lothar.

Schon als Schüler zeichnet Carl-Heinz Dömken Karikaturen. Er schickt sie an Henri Nannen, der ihn nach dem Abitur zum STERN holt. Nach seiner Tätigkeit als Journalist und Illustrator studiert Dömken Germanistik in Hamburg. Gleichzeitig nimmt er Schauspielunterricht bei Willy Birgel. In der Folge absolviert er eine Ausbildung in Schauspiel und Regie an der Akademie für Musik und Theater in Hannover. Anschließend ist Dömken in den 1960er Jahren als Regieassistent des Intendanten Franz Reichert am Landestheater Hannover tätig. Hier lernt er auch seine Frau kennen, die als Balletttänzerin am Opernhaus engagiert ist.

In den 1950er Jahren schreibt und zeichnet Carl-Heinz Dömken unter der Rubrik »In Hannover traf ein« für die lokalen Zeitungen. Er begegnet den Schauspielern Horst Buchholz,Will Quadflieg, Heinz Rühmann oder Hans Christian Blech, die auf der Bühne oder mit ihren neuen Filmen im Kino zu Gast in Hannover sind. Dömken karikiert sie und sucht auch privat engeren Kontakt zu den Künstlern. So entstehen Freundschaften zu Willy Birgel, Marika Röck und Hans Albers.

Viele seiner Zeichnungen tragen daher auch persönliche Widmungen.

Und: Seit 1995 entwirft Carl-Heinz Dömken die Cover-Illustrationen für die Romanbände Karl Mays und veröffentlich Pferdebücher.

Das ungewöhnliche Leben und das zeichnerische Werk Carl-Heinz Dömkens sind bisher noch fast unbekannt. Wir freuen uns daher sehr, dass wir zum ersten Mal eine kleine Auswahl von Original-Karikaturen aus den 1950er Jahren zeigen können.

Zu sehen sind u.a. Yvonne Georgi, Dieter Borsche, Gustav Gründgens, Horst Bucholz, Hans Albers, Romy Schneider, Marlene Dietrich, Marlene Dietrich, Hans Moser, Theo Lingen und Johannes Heesters.

Wir danken der Familie Dömken für die freundliche Überlassung der Exponate.

 

In unserer zweiten Kabinettausstellung setzen wir die Zusammenarbeit mit der Universität Hildesheim fort.

Prof. Dr. Hans-Otto Hügel, Jan Schönfelder und ihre Studenten widmen sich der kleinen Form der Sammelbilder.

Wer sich am Ende des 19. Jahrhunderts 100 Gramm Liebigs Fleischextrakt leistet, erhält vom Kaufmann ein oder mehrere Sammelbilder. Ursprünglich als Mitbringsel für Kinder gedacht, entdecken in den 1890er Jahren die Erwachsenen den Reiz der Bildchen und beginnen sie zu sammeln. Neben Themen und Sujets aus der Welt des Films und des Sports finden sich zahlreiche Abbildungen aus der Welt des Theaters: Szenen aus Opern, Revuen, Operetten und Schauspielen oder Porträts von Schauspielern und Theaterautoren.

 

Neben unseren beiden Kabinettausstellungen ist uns mit unserer Hauptausstellung ein ganz besonderer "Coup" gelungen:

Die Olsenbande kommt ins Museum!

In einer umfassenden Schau wird die gleichnamige dänische Kriminalkomödie mit ihren vierzehn Filmen, die zwischen 1968 und 1998 gedreht wurden, vorgestellt.

In Dänemark gelten die Filmfiguren der Olsenbande – Egon, Benny und Kjeld – als nationales Kulturgut. Auch in der ehemaligen DDR erfreute sich das dänische Gaunertrio sehr großer Beliebtheit. Als Exportschlager aus dem westlichen Ausland erfuhr die Bande einen nachhaltigen Eindruck in der ostdeutschen Medienlandschaft. 

Heute ist die Olsenbande in ganz Deutschland beliebt und hat auch auf der Bühne Einzug gehalten. Im Fernsehen sind die Filme weiterhin regelmäßig zu sehen und auch der Olsenbandenfanclub aus Leipzig sorgt dafür, dass die Abenteuer von Egon, Benny und Kjeld nicht vergessen sind.

Die Sonderausstellung der Kunsthalle Rostock wird in Hannover jetzt erstmals in einer westdeutschen Stadt gezeigt.

Die Hommage an das beliebte Gauner-Trio, das im nächsten Jahr 50jähriges Jubiläum feiert, haben wir mit den Mitteln des Theaters neu inszeniert.

 

Unsere drei neuen Sonderausstellungen eröffnen wir am Samstag, dem 2. September 2017, um 15 Uhr, im Rahmen des großen Hoffestes in der Prinzenstraße. Wir freuen uns auf den Besuch von Paul Wendel und Steffen Paatz, die umtriebigen Geister des Olsenbandenfanclubs, die an diesem Nachmittag in Hannover für Sie zu Gast sind.

 

Unser Veranstaltungsprogramm in der Spielzeit 2017/18 beginnt am 7. September 2017 mit einem Vortrag über die Gebrüder Schlegel.

 

Wenige Tage später, am 16. September 2017, um 16 Uhr, startet auch wieder unsere beliebte Kinderspielserie, diesmal mit dem 25jährigen Bühnenjubiläum der Complizen aus Hannover.

An diesem Tag laden wir Sie und Ihre Kinder nach der Vorstellung von "Jim Knopf" ganz herzlich zu einem kleinen Umtrunk ein.

Auch ein kleines Ereignis: Wir gehen mit der Theaterserie für Kinder schon in unser zehntes Jahr!  

 

Ebenfalls bereits zum 6. Mal möchten wir Sie zu unserem alle zwei Jahre stattfindenden "Hannoverschen Schattentheaterfestival" einladen, das vom 26. bis zum 29. Oktober 2017 stattfindet. Diesmal wieder in Zusammenarbeit mit der Vagantei Erhardt und dem KinderTheaterHaus Hannover.

Das ausführliche Programm für die sonntägliche Kinderspielserie und das Schattentheaterfestival finden Sie auf unserer Internetseite. Der Vorverkauf hat bereits begonnen.

 

Als Ergebnis unserer großen Kurt-Schwitters-Ausstellung im Frühjahr 2017 bereiten wir mit dem Kurt-Schwitters-Archiv im Sprengel Museum Hannover in unserer Schriftenreihe - "Prinzenstraße. Hannoversche Hefte zur Theatergeschichte" - ein Buch über das Thema "Kurt Schwitters und das Theater" vor.

Ein Aspekt, der bisher in der Forschung wenig Beachtung gefunden hat.

 

Ebenfalls in Vorbereitung ist eine Publikation in Zusammenarbeit mit der Universität Hildesheim.

Wir haben Studenten in unsere Sammlung eingeladen, um uns mit ihnen auf die Spuren zu ganz unterschiedlichen theatralen Objekten zu begeben. Für dieses Vorhaben konnten wir den Fotografen Dirk Meußling gewinnen.

 

Sie sehen, wieder liegt eine abwechslungsreiche und spannende Spielzeit vor uns. Die Olsenbande würde sagen: "Mächtig gewaltig!"

 

 

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen und grüßen Sie ganz herzlich aus der Prinzenstraße

 

 

Dr. Carsten Niemann, Myriam Pechan, Jutta Rawer

und das Team der Ehrenamtlichen: Marianne Horzella, Christa Huber, Vera Knobloch, Rudolf Linder, Ingrid Parenica, Michael Rieke, Jens Schmidt und Hans Simmon

 

 

 

 

Egon: "Ich habe einen Plan!"

Benny: "Mächtig gewaltig, Egon!"

Kjeld: "Ist es gefährlich?" 

 

 

 

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