Kabale und Liebe

von Friedrich Schiller

Einführung 18:45

Junges Schauspiel | ab 15 | So 10.09.17 | 19:30 | Ballhof Eins

ZUM STÜCK

Als der 22-jährige Friedrich Schiller, in Stuttgart frisch zum Regimentsarzt ernannt und mit Hof und Adel gut bekannt, die Stadt zum zweiten Mal unerlaubt verlässt, um der Uraufführung seines Erstlingswerkes Die Räuber in Mannheim beizuwohnen, wird er vom Herzog prompt unter Arrest gestellt und erhält Schreibverbot. Doch schon während der Inhaftierung schmiedet er neue Ideen für sein zweites Stück, Luise Millerin, und beginnt nach einer strapaziösen Flucht von Stuttgart nach Thüringen die Arbeit an einem seiner wohl bekanntesten Werke, das später unter dem Titel Kabale und Liebe uraufgeführt werden wird. Die am eigenen Leib erfahrene Fürstenwillkür, die
Ungerechtigkeit der herrschenden Ständegesellschaft und die direkten Einflüsse von Shakespeares Romeo und Julia und Lessings Emilia Galotti verschmelzen zu einem radikalen psychologischen Politthriller, der die faulenden Grundfesten des damaligen Feudalabsolutismus offen anprangert – nur fünf Jahre vor der Französischen Revolution. Es ist die Geschichte einer Liebe als Politikum, die sich einerseits gegen die Heuchelei der Machthabenden richtet, andererseits gegen die Stabilisatoren des ausbeuterischen Systems, das duldsam ausharrende Bürgertum. Eine Liebe, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist, destruktiv, masochistisch, provokant und jenseits
der herrschenden moralischen Vorstellungen. Eine Liebe, die tödlich endet – und gleichsam ein Plädoyer für ein selbstbestimmtes Leben ist, für die Überwindung manifestierter Grenzen und das ständige Hinterfragen bestehender Wertsysteme.


FRIEDRICH SCHILLER (1759 –1805) Der Zeitgenosse und Freund Goethes gilt als »der deutsche Freiheitsdichter«. Nach einem abgebrochenen Jura- und einem vollendeten Medizinstudium und seiner Flucht aus Stuttgart gelangte er über die Stationen Mannheim, Leipzig und Dresden nach Weimar. Zu seinen bekanntesten Werken gehören sein Erstling Die Räuber, die Wallenstein-Trilogie und Don Carlos.

REGIETEAM

Regie Jan Friedrich + Bühne und Kostüme Alexandre Corazzola + Musik Felix Rösch + Video Philipp Kronenberg

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