Die Welt ohne uns

Die Menschen sind verschwunden. Auf den Straßen wachsen Bäume. Kriminelle Pflanzen marodieren durch die Stadt, im Boden breiten sich Gifte aus, heimlich flüstern die Wurzeln miteinander, der tägliche Wettlauf um Licht und Schatten hat begonnen. Die drei neuen Akte von "Die Welt ohne uns" führen in eine geheimnisvolle, seltsame Welt, in der die Pflanzen die Macht auf dem Planeten übernommen haben. Die Zuschauer verfolgen ihren Kampf ums überleben, gegen Stürme und Parasitenüberfälle. Sie erleben, wie brutal die wild ausufernden Pflanzensprosse miteinander ringen und wie sich die Natur durch unser Fortbleiben und den Klimawandel verändert. Wie längst ausgerottet geglaubte Gewächse wiederkehren, und wie so manches zarte Pflänzlein den Menschen schmerzlich vermisst. Das botanische Langzeittheater mit echten Pflanzen als Darstellern begann im Mai 2010 und dauert insgesamt fünf Jahre. Indem die Inszenierung einen Zeitraum von einer Million Jahre erzählt, sprengt sie alle üblichen Zeithorizonte, in denen Menschen denken und planen. Sie wagt so einen Blick über die eigene Lebensfrist hinaus in evolutionsgeschichtliche Zeiträume, die als Maßstab für menschliches Handeln und seine Folgen

bewusst werden.

 

 

lunatiks produktion

Das Berliner Performance- und Theaterkollektiv "lunatiks produktion" entwickelt Projekte, die sich als Forschungsarbeit mit den Mitteln des Theaters begreifen. Ausgangspunkt sind stets umfangreiche Recherchen, Interviews und Archivarbeit. Erst aufgrund dieser Forschungen entstehen Texte, Spielregeln und Gestalt der Aufführung. 

Bekannt wurde lunatiks produktion mit der weltweit ersten Versteigerung eines Theaterstücks bei ebay, das in den Wohnungen der Auktionsgewinner gespielt wurde ("livingROOMS", Koproduktion mit den Sophiensaelen 2004). Die Gruppe wurde mit ihren Projekten zu zahlreichen Festivals eingeladen, u.a. zu den 4. Krakauer Literaturtagen 2008, zum Prager Theaterfestival deutscher Sprache 2008, zum Festival "Geteilte Geschichten" am Düsseldorfer Schauspielhaus 2009 und zum pottfiction Camp im Rahmen von Kulturhauptstadt Europas RUHR 2010.

Mit der Performance "highQ - Gehirne in Hochgeschwindkeit" hat lunatiks produktion 2007 den Stücke- und Projektwettbewerb "Eine Jugend in Deutschland" von Maxim Gorki Theater und schauspiel frankfurt gewonnen. Für die Trilogie "Verbrechen & Gesellschaft" wurde die Gruppe mit dem Bremer Autoren- und Produzentenpreis 2007 ausgezeichnet.

 

In den letzten drei folgen konnte man beobachten wie nach und nach die Menschen verschwinden, die Pflanzen sich vermehren und entschieden wird wer wächst und wer weicht.

Folge 4 hat am 7. April Premiere und wird inszeniert von Mirko Borscht.

 

Weitere Informationen:

www.ohneuns.org

 

Die Welt ohne uns I: Abschiedsfest

Wenn wir so weiter leben wie bisher, werden wir bald verschwinden. In einer rahmensprengenden Langzeitperformance wird dieses Thema in einem Projekt problematisiert, das eine Theaterform mit echten Pflanzen als Darstellern ausprobiert. Die Arbeit blickt voraus in ein post-anthropologisches Zeitalter, in die Zukunft unseres Planeten, wenn die Relikte unserer Zivilisation allmählich zerfallen und Pflanzen den Lebensraum desMenschen zurückerobern. Ein botanisches  Theater als Antwort auf die Selbstgefährdungsversuche des Menschen. »Die Welt ohne uns« ist eine Inszenierung, die sich auf den Rhythmus ihrer Hauptfiguren einstellt und sich daher über fünf Jahre erstreckt, in denen die zukünftige Entwicklung einer Welt ohne uns in 1.000.000 Jahren erzählt wird. Jeder Akt steht unter einem anderen Themenschwerpunkt, der einen Aspekt des Lebens der beobachteten Pflanzen fokussiert.

Zur Produktionsseite


Die Welt ohne uns II: Fortpflanzen

Als Antwort auf die Selbstgefährdung des Menschen blickt dieses rah­mensprengende botanische Theater voraus in ein post-anthropologisches Zeitalter, wenn die Relikte unserer Zivilisation zerfallen und Pflanzen den Lebensraum zurückerobern. Akt I feierte in einem großen Abschiedsfest das Verschwinden der Menschen. Nun müssen die Pflanzen ohne sie auskom­men. Und sie vermehren sich: aggressiv und behutsam, verschwenderisch und singulär, quer und queer. Aber gibt es auch wahre Liebe unter Pflanzen?

Zur Produktionsseite

 

Die Welt ohne uns (III): Wachsen oder Weichen - drei Jahre nach Ende der Menschheit

Marder beziehen leere Wohnhäuser und rostende Autos, Rehe fressen sich durch das bunte Angebot städtischer Parks und Alleen, Füchse reißen sich um schutzlose Nutztiere. Genozid im Rosenbeet, und rücksichtslose Knötericharmeen in unseren einst so lauschigen Vorgärten - Die Menschen sind von der Erde verschwunden, doch die Welt scheint kein bisschen friedlicher.

In ökologischen Rohstoffschlachten liefern sich Tiere und Pflanzen einen erbitterten Kampf um unser Erbe: Wer wächst? Wer weicht? Und wer beweint die Toten?

Zur Produktionsseite

 

DIE WELT OHNE UNS (IV): UNWETTER       15 JAHRE NACH ENDE DER MENSCHHEIT 

Während bis zur dritten Folge Projektinitiator Tobias Rausch zu einer entvölkerten Erde führte, laden wir nun auch immer wieder Gastregisseure ein, das botanische Langzeittheater mit ihren vielfältigen Zukunftsvisionen zu bereichern. In der vierten Folge inszeniert Mirko Borscht (»komA«, »Kristus«) ein postanthropologisches Klimachaos.  

 

Fünfzehn Jahre sind die Menschen nun fort. Und langsam gelten nicht mal mehr unsere Landkarten: Die Flüsse erobern ihre alten Läufe zurück, – ungeachtet unserer Dörfer und Städte. Landstriche, die dem Meer einst mühsam abgerungen wurden, versinken unwiederbringlich in Schlick und Salzwasser. Der Asphalt unserer Straßen ist von jungen Birken geborsten. Wölfe streunen durch verlassene Wohngebiete. Unsere Häuser, die einst Schutz vor Wind und Kälte boten, sind zu bröckelnden Fallen geworden, aus deren gesprungenen Fenstern Brennnesseln wuchern.

So rücksichtslos, wie wir das Klima unseres Planeten verändert haben, rächt es sich nun an unseren verwaisten Hinterlassenschaften.

Zur Produktionsseite (Karten online kaufen)