Stücke > Repertoire > Ein Volksfeind Ein Volksfeindvon Henrik Ibsen Regie: Florian Fiedler Premiere: 10.12.2009 Mi 10.03.10 | 19:30–21:40 | Schauspielhaus Abonnement: Los-Abo 503 »Wir sind uns wohl alle einig, auf dem ganzen Erdball bilden die Dummen eine äußerst erschreckende und überwältigende Majorität. (...) Die Mehrheit hat die Macht, ja leider, aber das Recht hat sie nicht.« Auf sehr schmerzliche Weise kommt der Badearzt Thomas Stockmann in Ibsens 1882 entstandenem »Volksfeind« zu dieser demokratiekritischen Erkenntnis. Er hat heraus gefunden, dass das Heilbad seiner Heimatstadt verseucht ist. Von der Euphorie des Wissenschaftlers getrieben, erzählt er von seiner Entdeckung. Wie diese Informationen in der Kleinstadt von unterschiedlichster Seite für eigene Zwecke instrumentalisiert werden, bestimmt den Niedergang des Wahrheitskämpfers.Allen voran versucht sein Bruder, der Bürgermeister, die Zusammenhänge zu vertuschen. Mit der Prophezeiung, die Kleinstadt würde in den finanziellen Ruin gestürzt, schafft er es, die lokale Presse und den Verein der Hausbesitzer einzuschüchtern und auf seine Seite zu bringen. Stockmanns Gegner machen die Bürgerversammlung, die er zur Offenlegung der Missstände erstritten hat, zum Tribunal gegen ihn. Der vom Glauben an wissenschaftliche Objektivität beseelte Arzt wird zum Fanatiker, zum wütenden Feind des Volkes. Lange bevor der Begriff Mediendemokratie erfunden wurde, baut Ibsen ein Machtszenario auf, in dem Politik, freie Presse und Lobbyismus demokratische Prozesse im Sinne ihrer eigenen Interessen abbiegen. Die Geschichte über die Vertuschung des verschmutzten Heilwassers legt ein Dilemma moderner Demokratie offen: Wo von allen Seiten scheinbar höchst ehrenwert im Namen der Finanzlage und des Allgemeinwohls argumentiert wird, geht die Wahrheit schnell baden.
Pressestimmen
Regieteam Regie
Florian Fiedler Besetzung Doktor Stockmann, Badearzt
Aljoscha Stadelmann Termine
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