HEINRICH GEORGE. Eine Begegnung

SONDERAUSSTELLUNG VOM 22. SEPTEMBER BIS 11. DEZEMBER 2016

 

»Ick weeß, ick weeß! Ick bin jut!«

 

Das Theatermuseum Hannover nimmt vom 22.09. bis 11.12.2016 die Bühnenpersönlichkeit Heinrich George in den Blick. Wie kaum ein anderer prägte Heinrich George (1893-1946) das deutsche Theater- und Filmgeschehen der 1920er bis 1940er Jahre.

Ein Mann von imposanter Figur, beeindruckender Präsenz und mit durchdringender Stimme. Er war Theater- und Filmschauspieler, Hörfunksprecher, Intendant, Familienoberhaupt, Lebemann – und »nichts an George war halb« bezeugt Theaterkollege Jürgen Fehling. Hinter allem steckte eine unbändige Leidenschaft  und Spielfreude. Wuchtig und virtuos zugleich verkörperte er unzählige Figuren –  in klassischen Dramen aber auch in nationalsozialistischen Propagandafilmen. Welche Rollen spielte er auf der Bühne, vor der Kamera, im privaten und politischen Leben?

 

Sich davon, aus heutiger Sicht, ein Bild zu machen, ist das Anliegen der Ausstellung. Gezeigt werden Erinnerungsstücke aus dem Nachlass, Fotografien, Filmdokumentationen. Raum haben vor allem auch die Erinnerungen Berta Drews, Georges Ehefrau und selbst Schauspielerin, seiner beiden Söhne Jan und Götz George, sowie seiner Künstlerkollegen. Eine Vielzahl verschiedener Stimmen und Erzählungen setzen ein vielschichtiges Porträt zusammen.

Angelegt als Spurensuche und offene Recherche kann der Besucher das Material selbst befragen, aktiv stöbern und lauschen. Die Ausstellung versteht sich als eine persönliche Annäherung - und ist auch aus einer solchen entstanden: Die Vorbereitungen führten seit dem Frühjahr 2016 immer wieder nach Berlin, wo die Familie George 1931 eine Villa am Kleinen Wannsee bezog. Den Begegnungen und Gesprächen mit dem ältesten Sohn und Zeitzeugen Jan George sind besondere Einblicke und Exponate zu verdanken.

 

»…ein unbändiger Gestaltungs- und Spieltrieb…« Will Quadflieg

 

»Heinrich Georges Kunst wird von zwei mächtigen Strömen gespeist: von volkstümlicher Naivität und dem Drang nach Repräsentation. George ist Volksdarsteller und Staatsdarsteller. Er stand immer vorne, ob es sich um kühne literarische Experimente oder um große Gastspielreisen handelte.(…) Er hat Zeit und Kraft, im Filmatelier zu arbeiten, am späten Nachmittag ins Theater zu stürzen und mit Gewissenhaftigkeit seine Direktionsgeschäfte zu erledigen und sich dann noch auf seine Bühnenrolle zu konzentrieren. Ein Mann der ausschweifenden Eingebung und der zähesten Widerstandskraft, der verschwenderischen Laune und der pedantischen Genauigkeit." Herbert Ihering

 

Pressestimmen:

"Spielen als Überlebenselixier" HAZ

"Von eisener Männlichkeit" Weserkurier

"Schauspielen um jeden Preis" TAZ

"Schau erinnert an den Schauspieler Heinrich George" Neue Osnabrücker Zeitung