Heinz Erhardt: Privater!

VOM 12. SEPTEMBER 2015 BIS 07. FEBRUAR 2016

 

 

"Ich bin sehr glücklich, dass es mich gibt." - Heinz Erhardt

 

»Sein anscheinend mühelos heruntergealberter Unsinn […] trägt oft Züge Morgensternscher Prägung und setzt Geist, Menschenkenntnis und […] schauspielerisches Können voraus. Der Charme einer ansprechenden Persönlichkeit trug nicht zuletzt dazu bei, dass seine im Rundfunk oft nur ›beiseite gesprochenen’ Lebensweisheiten auch von der Bühne herunter ›ankamen’, zündeten und Riesenbeifall im ausverkauften Haus auslösten.«

 

Diese frühe Beschreibung eines Auftritts von Heinz Erhardt in den Kieler Nachrichten vom 19. November 1946 findet sich im ersten von Heinz Erhardt selbst angelegten Erinnerungsalbum.

 

Und in seinem letzten Album mit der Nr. 19, begonnen am 28. September 1971, lesen wir in einem Zeitungsartikel nur zwei Monate vor seinem Schlaganfall unter der Überschrift »Heinz Erhardt empfahl sich aufs beste«: »Erhardt, […] der mit naiver Komik Oberflächlichkeit entlarvt, spielt an sein Publikum zurück, was es ihm selber zu geben imstande ist: die Bereitschaft, ihm zu gefallen, ihm Aufmerksamkeit und jene Entspannung zu schenken, die im heutigen Alltagsstress eine Seltenheit geworden ist. Es ist die hohe Kunst des Lächelns, oftmals des lauten Lachens, die Erhardt unaufhörlich weitergibt.«

 

Fünfundzwanzig Jahre liegen zwischen diesen beiden Besprechungen. Und sie machen deutlich, wie sehr Heinz Erhardt in diesen vielen Jahren geliebt worden ist, wie früh er sich als Künstler erfunden und wie lange er sich treu geblieben ist. 

 

Ob koketter Komiker, schelmenhafter Schauspieler oder munterer Musiker – Heinz Erhardt ist einer der erfolgreichsten Unterhaltungskünstler des letzten Jahrhunderts. Seine Markenzeichen: die unverwechselbaren Wortverdrehungen, die schwarze Hornbrille und sein brillanter und einzigartiger Humor. "Das einzig Komische an meinem Gesicht ist meine Brille.", sagte er selbstironisch, dabei brachte er mit seinen amüsanten Gedichten und Liedern ein ganzes Land zum Lachen. Ob bei einem Zusammentreffen mit der "Made", dem "Nass- oder Trockenhorn" oder der "Apfel ohne-sine". 

 

"Das Leben ist eigentlich nur eine kurze Unterbrechung des Fortseins."  

 

Was können wir heute erzählen über den Komiker, Musiker, Komponisten, Schauspieler und Dichter Heinz Erhardt? Seine Gedichte und Texte werden weiterhin gelesen und auswendig gelernt. Seine Filme laufen an vielen Wochenenden im Jahr noch immer im Fernsehen. Seine Beliebtheit ist auch sechsunddreißig Jahre nach seinem Tod ungebrochen.

 

Wie bekommt man diesen Schelm zu fassen? Und wer ist der Mensch hinter der Brille? Die große Schau im Theatermuseum begibt sich auf die Suche nach dem Phänomen »Heinz Erhardt« und lässt die Zeugnisse sprechen, die von Heinz Erhardt als Künstler und Menschen erzählen können.

Und auch was von Heinz Erhardt an persönlichen Gegenständen und Objekten in der Familie, bei Freunden und Fans geblieben ist, zeigt die Ausstellung.

 

In der Schau werden ca. 300 persönliche Objekte des Komikers gezeigt, insbesondere persönliche Notizen, seltene und kuriose Exponate aus seinem Alltag und Bühnenleben von der letzten Bühnenbrille über seine Schreibmaschine bis hin zu seinem Bundesverdienstkreuz. Außerdem sind viele Fotografien aus der Kindheit, ein Zeugnis aus seiner Schulzeit in Barsinghausen sowie viele Ausschnitte (150 Tafeln) aus seinen 19 Erinnerungsalben zu sehen.

 

 

 

Biografie (längere Biografie hier) 

 

"Viele betreten ja die Bretter, die die Welt bedeuten – und merken nicht, dass sie auf dem Holzweg sind."  

 

Dies hatte Heinz Erhardt (geboren am 20.02.1909 in Riga) noch zu Beginn seiner Karriere gedichtet. Vor seinem Durchbruch als Humorist arbeitete er in dem Musikaliengeschäft seines Großvaters und studierte am Leipziger Konservatorium Klavier und Komposition. Jedoch zog es ihn schon früh auf die Bühne und Ende der 1930er Jahre wurde er durch Willi Schaeffers "Kabarett der Komiker" schlagartig bekannt.  

 

Nach dem zweiten Weltkrieg, in dem er Teil des Musikkorps der Marine war, wurde er in den 1940er und 1950er Jahren insbesondere als Radiomoderator und Schauspieler bekannt. Sein endgültiger Durchbruch am Theater gelang ihm 1947 mit dem Theaterstück "Lieber reich, aber glücklich". Auch im Film war Heinz Erhardt ab den 1950er Jahren immer häufiger zu sehen. Als "Witwer mit fünf Töchtern", als "Der müde Theodor" oder "Der Haustyrann" spielte er sich in die Herzen seiner Fans. 

 

"Von der Muse geküsst? - Von der Pampelmuse."

 

Gerade seine Vielseitigkeit und sein komödiantisches Talent  machen Heinz Erhardt heute noch zu einem der beliebtesten Komiker Deutschlands. Sein unverwechselbarer Wortwitz, seine sympathische Bühnenpräsenz und seine charmante Musik sind zeitlos und begeistern Menschen jeden Alters.

 

 

Zur Ausstellung zeigen wir ein vielfältiges Programm rund um den Humoristen. Das Begleitprogramm finden Sie hier.

 

Hier gehts zur Filmografie von Heinz Erhardt.

 

 

 

Die Ausstellung wird gefördert von der 

 

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