Die Reise nach Reims*

Oper von Gioachino Rossini

Komische Oper in einem Akt (1825)
Libretto von Giuseppe Luigi Balocchi

in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Auf dem Spielplan seit der Premiere am 10. April 2010

Wiederaufnahme | Di 12.06.18 | 19:30–22:10 | Opernhaus

Abonnement: Dienstag 9 (19:30 Uhr) | Dienstag 6 (19:30 Uhr)

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    © Jörg Landsberg
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ZUM STÜCK

Zwölf Personen aus ganz Europa sitzen fest und kommen einfach nicht weiter! Stattdessen pflegen sie ihre Spleens und Neurosen, wie etwa die schon in jungen Jahren verwitwete Gräfin von Folleville, die sich voll und ganz der Haute couture verschrieben hat und einen Nervenzusammenbruch erleidet, als sie erfahren muss, dass ihr gesamtes Gepäck mit all den darin befindlichen Designer-Modellen bei einem Verkehrsunfall vernichtet wurde. Die polnische Marquise Melibea hingegen, »Witwe eines italienischen Generals, der am Hochzeitstag bei einem feindlichen Überraschungsangriff starb«, hat mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: Sie wird sowohl von dem russischen General Graf von Libenskof als auch von dem spanischen Admiral Don Alvaro heftigst umworben. Stammen die beiden Herren im Hinblick auf ihre geographische Herkunft von zwei weit entfernten Polen des europäischen Kontinents, so sind sie doch in ihren geradezu pubertären Anfällen von Eifersucht kaum voneinander zu unterscheiden. Da äußert sich die zarte Leidenschaft des englischen Oberst Lord Sidney für die berühmte römische Improvisationskünstlerin Corinna wesentlich leiser, oder – um es genau zu sagen – gar nicht! Denn der arme Lord ist so schüchtern, dass er sich nicht ermannen kann, der Angebeteten seine Liebe zu gestehen. Der mit Corinna befreundete Literat und Wissenschaftler Don Profondo wiederum interessiert sich nicht für Frauen, sondern für absurde Antiquitäten – vom Schwert des sagenhaften keltischen Königs Fingal bis zur Ritterrüstung von König Arthus. Kein Kostverächter ist hingegen der französische Offizier Belfiore, der allen Frauen, besonders aber der modeversessenen Gräfin Folleville, den Hof macht.

 

Wem angesichts all dieser Absurditäten schon der Kopf schwirrt, den wird die rasante und quirlige Musik dazu vollends schwindlig machen. Denn was vom Handlungsaufbau her fast wie ein Stück von Beckett oder Ionesco wirkt, hat kein anderer als der Meister der Opera buffa, Gioacchino Rossini, in Noten gesetzt. Mit »Il viaggio a Reims« schrieb er seine letzte italienische Oper und schuf damit Krönung und Abschluss zugleich: Mit der Meisterschaft seines in 15 Jahren und über 30 Werken erworbenen Könnens zog Rossini in der ihm eigenen humorvollen Weise Bilanz, nicht zuletzt über die Gattung Oper an sich. Zugleich aber empfahl er sich damit für seinen neuen Wirkungsort Paris. Denn der Anlass der Uraufführung war ein ganz besonderer: die Krönung von Charles X. am 29. Mai 1825 in Reims! Genau dahin wollen denn auch die Protagonisten der Oper so dringend und doch erfolglos abreisen. Und indem Rossini die besonderen Umstände nutzte und die Stars des Théâtre Italien in einer Oper vereinte, schrieb er einmal mehr eine Oper über die Oper, in der sich die Wirklichkeit von Opernallüren und Diven-Gehabe auf ganz eigentümliche Weise mit der Fiktion der seltsam »gefangenen«, spleenigen Reisenden verwob.

PRESSESTIMMEN

Pressestimmen

Im Wartestand Deutschlandfunk Kultur Heute, 11.04.10
mehr
Flieg, Pfeil des Amor, flieg! Frankfurter Rundschau, 13.04.10
mehr
Lustreise Hannoversche Allgemeine Zeitung, 12.04.10
mehr
"Il viaggio a Reims" an der Staatsoper Hannover NDR Kultur, 11.04.10
mehr
Ein Flughafen voller Narren Neue Presse, 12.04.10
mehr
Rossinis absurde Oper "Die Reise nach Reims" in Hannover Weser-Kurier, 22.04.10
mehr
Flugreise ins Rossini-Glück Braunschweiger Zeitung, 03.12.2012
mehr

TERMINE & KARTEN

Termine

12.06.18Di 19:30Karten
17.06.18So 16:00Karten
22.06.18Fr 19:30Karten
24.06.18So 18:30Karten
27.06.18Mi 19:30Karten

VIDEO

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Leitungsteam

Leitungsteam

Musikalische Leitung
Gregor Bühl
Inszenierung
Matthias Davids
Bühnenbild
Marina Hellmann
Kostüme
Leo Kulaš
Choreinstudierung
Lorenzo Da Rio
Dramaturgie
Ulrich Lenz

Besetzung

Besetzung

Corinna
Athanasia Zöhrer
La Marchesa Melibea
Josy Santos
La Contessa di Folleville
Nicole Chevalier
Madama Cortese
Carmen Fuggiss
Il Cavaliere Belfiore
Edward Mout
Il Conte di Libenskof
Sung-Keun Park
Lord Sidney
Tobias Schabel
Don Profondo
Frank Schneiders
Il Barone di Trombonok
Michael Dries
Don Alvaro
Byung Kweon Jun
Don Prudenzio
Daniel Eggert
Delia
Ylva Stenberg
Maddalena
Julie-Marie Sundal
Modestina
Marlene Gaßner
Antonio
Marek Durka /
Peter Michailov

Chor der Staatsoper Hannover
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Theaterpädagogische Angebote

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* in Originalsprache mit deutschen Übertiteln