Leibniz Under Ground

EINE ENDLICHE KOZERTREIHE

18. BIS 21. AUGUST 2016, OPERNHAUS, MAGAZIN 4 (Treffpunkt Bühneneingang)

In Kooperation mit Musik 21 Niedersachsen

 

PROGRAMMÜBERSICHT

DO, 18. 8., 21 Uhr

Naturgesetze in der Musik – die Dissonanz

Kompositionen von Jörg Widmann – composer in residence 2016 der Internationalen Sommerakademie für Kammermusik Niedersachsen (Streichquartett Nr. 1, Fieberfantasie, Jagdquartett, Oktett)

Wer der Musik Jörg Widmanns zum ersten Mal begegnet, ist von ihrer Unmittelbarkeit und Intensität überrascht. Die Musik stürzt nicht selten wie ein Katarakt auf den Hörer ein, sie ist maßlos in ihrer überschäumenden Virtuosität oder in ihrer unendlichen Traurigkeit. (Markus Fein)

 

FR , 19. 8., 21 Uhr

Rational Melodies

Werke von Tom Johnson (Rational Melodies, Eggs and baskets, Nine Bells) und György Ligeti (Musica ricercata)

Tatjana Bergh (Klavier), Philipp Kohnke (Schlagzeug), Vukan Milin (Flöte), Udo Grimm (Klarinette), Stephan Meier (Schlagzeug), Klaus Angermann (Sprecher)

Man kann niemals vollständig dingfest machen, was man tut, selbst dann, wenn man auf streng logische Weise arbeitet, und dies ist für mich einer der reizvollsten Aspekte an deduktiven Prozessen. Selbst Tonfolgen, die absolut selbstverständlich scheinen, wenn wir sie sehen, hören oder denken, sind letztlich genauso schwer zu erklären wie der Zufall oder die Sonatenform oder künstlerische Qualität oder Gott. (Tom Johnson)

 

Im Anschluss (ca. 22.30 Uhr)

Leibniz’ Harmonien

Lautsprecherkonzert preisgekrönter Klangkunst-Werke

von Bihe Wen, Silvia Simons, Johannes S. Sistermanns und Nathalia Grotenhuis

mit Stefan Fricke (hr 2, Redaktion Neue Musik und Klangkunst) und Stephan Meier (Künstlerischer Leiter des Internationalen Kompositionswettbewerbs Leibniz‹ Harmonien)

Auf den Internationalen Kompositionswettbewerb Leibniz’ Harmonien sind bis zum 01.03.2016 aus der ganzen Welt 111 Reaktionen eingegangen. Allen Einreichungen liegen Zitate des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz zur musikalischen Harmonie und ihrem Ausdruck in Zahlen zugrunde: «Wir zählen in der Musik nur bis fünf..., die von uns benutzten Intervalle sind alle aus Verhältnissen zwischen den Primzahlen 1,2,3 und 5 zusammengesetzt. Wenn uns etwas mehr Freiheit gegeben wäre, könnten wir auch die mit der Primzahl 7 einbeziehen. Und ich glaube, daß es das in der Tat gibt. Aber es wird kaum Menschen geben, die auch die Intervalle aus den nächsten Primzahlen 11 und 13 verwenden. ... Die Musik ist eine verborgene arithmetische Übung des Geistes, der nicht weiß, daß er zählt.” (Brief vom 17. April 1712 an Christian Goldbach)

 

SA, 20. 8., 16 Uhr

Naturgesetze - ? Jugendensembletreffen Niedersachsen

Mit Schlagzeugensemble der Musikschule für Kreis und Stadt Uelzen e.V. (Ltg. Daniel Orthey), Kompositionsklasse des Ensembles L’ART POUR L’ART (Ltg. Astrid Schmeling), Ensemble baUsTeLLe KUNSTRAUM (Ltg. Stefanie Schmoeckel und Johannes Kimstedt), Gitarrenklasse der Musikschule Allegro Burgdorf (Ltg. Simon Gutfleisch), Konx-Om-Pax Improvisationsorchester der Tonhalle Hannover (Ltg. Sebastian Wendt)

 

SA, 20. 8., 21 Uhr

Spiegel-Splitter-Fraktale – Ein Liedexperiment

Werke von Matthias Pintscher, Woosung Cho (Uraufführung), Philippe Hersant und Iris Szeghy

Sophia Körber (Sopran), Valentine Buttard (Klavier)

Das Lied-Programm ist wie ein Spiegelbild angelegt.

Zentrum und gleichzeitig Spiegelachse des Liederabends ist Iris Szeghys Zyklus Hesse-Splitter. Als Widerspiegelung der großen Lebensthemen wie Liebe, Vergänglichkeit, Schönheit, Tod und Menschsein sind die Vertonungen der äußerst kurzen Zitate Hesses gleichsam kompakt als auch auf den Punkt gebracht und durch Interludien zwischen den Sätzen aufgelockert.

Einzelne Stücke aus dem Zyklus Éphémères (Flüchtigkeiten) von Philippe Hersant – einem der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten Frankreichs - umrahmen das Kernstück und fungieren in dieser Programmkonstruktion als rein instrumentale und kurze Interludien.

Die zwei Uraufführungen der Lieder von Woosung Cho sind in enger Zusammenarbeit mit dem jungen Komponisten entstanden und entsprechend der Konzertdramaturgie angeordnet. Als Prä- und Postludium des Programms erklingen zwei Schneebilder” von Matthias Pintscher: Sie basieren auf englischen Texten von E. E. Cummings und umrahmen den Konzertabend mit zarten musikalischen Farben.

Während bei Szeghys Hesse-Splittern essentielle, den Menschen betreffende Lebensthemen vorherrschen, werden in den anderen Werken die Verbindung zwischen Naturbeschreibungen und inneren emotionalen Zuständen wichtig.

 

SO, 21. 8., 11.30 Uhr

Abschlußpräsentation Werkstatt Junger Komponisten

Die Werkstatt Junger Komponisten 2016 steht unter dem Zeichen des Musik 21 Jahresthemas »Naturgesetze«. An zwei Wochenenden - während der ersten WJK vom 08.-10. April und während der zweiten vom 19.-21.August hatten 16 TeilnehmerInnen aus ganz Niedersachsen die Gelegenheit, mehr über Komposition zu erfahren und sich mit renommierten Dozenten und anderen jungen Komponisten/-innen auszutauschen.

Unter der Leitung von Gordon Williamson, Marcus Aydintan und Daniel Moreira/ Snezana Nešic wurden in verschiedenen Workshops Werke analysiert, Spieltechniken speziell Neuer Musiker kennengelernt, eigene Kompositionen vorgestellt und neue komponiert. Zum Ausprobieren der selbstkomponierten Stücke standen den Teilnehmern die Musiker/-innen des Flex Ensemble und Flötistin Juliane Wolf-Niekisch zur Seite, die gemeinsam mit den TeilnehmerInnen nun die entstandenen Kompositionen der Öffentlichkeit präsentieren.

Teilnehmer der WJK 2016: Tjarbe Björkson, Charlotte Blecker,  Stefan Drews, Johanna Grüne, Svea Höhlein, Fiete Jantsch, Jan Küpperbusch, Merle Meinders, Rieke Morgen, Fabian Müller, Sophia Nee, Jonathan Reitze, Victoria Rhein, Vinzenz Rössig, Nick Leonard Tlusty, Noah Whistler