Jenůfa*

Oper von Leoš Janáček

Oper in drei Akten (1904)
Libretto vom Komponisten
nach dem Drama »Její pastorkyňa« (Ihre Stieftochter) von Gabriela Preissová (1890)
In tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

Premiere der Inszenierung am 11. Juli 2015

Premiere | Sa 11.07.15 | 19:30 | Opernhaus

Abonnement: Premieren-Abo

  • Kelly God (Jenůfa), Robert Künzli (Laca Klemeň)
    © Jörg Landsberg
  • Ivan Turšić (Števa), Kelly God (Jenůfa) Chor
    © Jörg Landsberg
  • Ivan Turšić (Števa), Kelly God (Jenůfa, v.) Chor, Statisterie
    © Jörg Landsberg
  • Robert Künzli (Laca), Kelly God (Jenůfa)
    © Jörg Landsberg
  • Hedwig Fassbender (Küsterin), Kelly God (Jenůfa)
    © Jörg Landsberg
  • Hedwig Fassbender (Küsterin, l.), Robert Künzli (Laca), Kelly God (Jenůfa)
    © Jörg Landsberg
  • Hedwig Fassbender (Küsterin), Robert Künzli (Laca)
    © Jörg Landsberg
  • Robert Künzli (Laca), Kelly God (Jenůfa), Ivan Turšić (Števa), Carmen Fuggiss (Karolka)
    © Jörg Landsberg
  • Hedwig Fassbender (Küsterin), Kelly God (Jenůfa), Daniel Eggert (Dorfrichter), Eunhye Choi (Jano,3.v.r.)
    © Jörg Landsberg
  • Hedwig Fassbender (Küsterin), Chor
    © Jörg Landsberg
  • Hedwig Fassbender (Küsterin, l.), Kelly God (Jenůfa)
    © Jörg Landsberg
  • Robert Künzli (Laca), Julie-Marie Sundal (Frau des Dorfrichters), Diane Pilcher (Die alte Buryajovka), Hedwig Fassbender (Küsterin), Kelly God (Jenůfa), Marie-Sande Papenmeyer (Schäferin)
    © Jörg Landsberg
  • Kelly God (Jenůfa), Robert Künzli (Laca)
    © Jörg Landsberg
  • Kelly God (Jenůfa), Ivan Turšić (Števa), Chor
    © Jörg Landsberg
  • Robert Künzli (Laca, l.), Ivan Turšić (Števa), Kelly God (Jenůfa, Mitte r.), Chor, Statisterie
    © Jörg Landsberg

ZUM STÜCK

Am Ende steht eine Dorfhochzeit. Der Bräutigam Laca ist überglücklich, seine große Liebe Jenůfa zu heiraten. Sogar seinen Halbbruder Števa, Jenůfas früheren Geliebten, hat er eingeladen. Die Braut ist ernst und still, ihre Wange gezeichnet von einer vernarbten Wunde, die Laca ihr einst in rasender Eifersucht auf Števa mit einem Messer zugefügt hatte. Doch das fröhliche Dorffest wird jäh unterbrochen: Unter dem Eis des Mühlbaches wurde ein toter Säugling gefunden. Jenůfa erkennt erschrocken ihren Sohn, dessen Vater Števa ist und den sie verborgen vor dem Dorf zur Welt gebracht hat. Sofort wird sie als Kindsmörderin verdächtigt. Doch die im Dorf verehrte Küsterin, ihre Stiefmutter, bekennt sich zu der Tat: Als das Kind acht Tage alt war, hatte sie Jenůfa einen Schlaftrunk gegeben, den Jungen ertränkt und behauptet, er sei während einer mehrtägigen »Krankheit« Jenůfas gestorben. Sie wollte sich und ihrer Stieftochter vor einem Leben in Schande bewahren. Die Küsterin wird abgeführt, Jenůfa will in ihrer Schmach allein bleiben, doch Lacas Liebe überwindet die Verzweiflung, und sie gehen gemeinsam in ihr weiteres Leben.

Eifersucht, Gewalt und Kindstötung – die Geschichte, die im letzten Akt von Leoš Janáčeks Oper »Jenůfa« kulminiert, scheint eher geeignet, die lüsterne Sensationsgier heutiger Boulevardmedien zu erregen als die musikdramatische Phantasie eines Komponisten Ende des 19. Jahrhunderts. Doch Leoš Janáček fühlte sich vom Drama »Její pastorkyňa« (Ihre Stieftochter) der tschechischen Autorin Gabriela Preissová unmittelbar angeregt; beim Lesen seien »ganze Textpassagen durch seinen Kopf geschossen, die er sofort in Musik setzte« (so Preissová in einer späteren biographischen Notiz). Der dörfliche Realismus Preissovás war unter Zeitgenossen nicht unumstritten, beraubte sie doch das ländliche Milieu seiner beliebten folkloristisch-romantischen Verklärung. Doch gerade das Drama des Dorflebens interessierte Janáček. Auch wenn er den Text um ein Drittel straffte, übernahm er doch die ungebundene Alltagssprache der Vorlage, durchsetzt mit Dialektwörtern, unverändert für seine Vertonung. Aus den sprachlichen wurden musikalische Wendungen, die als motivische Keimzellen ihr musikalisches Eigenleben im Orchestersatz entfalten.

Mit seiner ersten großen Erfolgsoper »Jenůfa«, von 1894 bis 1904 entstanden, erweist sich Janáček als »unzeitgemäßer Zukunftsmusiker« (Ulrich Schreiber), der unabhängig von Debussys »Pelléas et Mélisande« (1902) und Strauss’ »Salome« (1905) auf eine neue Ebene der Literaturoper tritt. Sein musikalischer Personalstil, der in »Jenůfa« zum ersten Mal vollkommen offenbar wird, ist mit Begriffen wie »Klangrede« oder »Sprachmelodie« nur unzulänglich zu fassen. Ausgangspunkt ist die gesprochene tschechische Sprache, und »hinter der Melodie der Sprache erscheint wie durch einen Zauber das menschliche Wesen« (Leoš Janáček). So ist es dieses allgemein menschliche Wesen, dessen Fähigkeit zu Liebe und Schmerz, Schuld und Vergebung Janáček in Musik fasst.

ZUR INSZENIERUNG

Mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft der Freunde des Opernhauses Hannover e.V.

PRESSESTIMMEN

Pressestimmen

Tragödie der Engherzigkeit Deister- und Weser-Zeitung, 13.07.15
mehr
Landlust Hannoversche Allgemeine Zeitung, 13.07.15
mehr
Herbstmilde "Jenůfa" in der Staatsoper Neue Presse, 13.07.15
mehr
Stilisiert und realistisch Online Musik Magazin, 12.07.15
mehr

VIDEO

Video

Leitungsteam

Leitungsteam

Musikalische Leitung
Karen Kamensek
Inszenierung
Floris Visser
Bühne und Kostüme
Dieuweke van Reij
Choreographie
Loris Zambon
Lichtdesign
Alex Brok
Licht
Elana Siberski
Choreinstudierung
Dan Ratiu
Dramaturgie
Swantje Köhnecke

Besetzung

Besetzung

Die alte Buryjovka
Diane Pilcher
Laca Klemeň
Robert Künzli
Števa Buryja
Ivan Turšić
Die Küsterin Buryjovka
Hedwig Fassbender
Jenůfa
Kelly God
Altgesell
Michael Dries
Dorfrichter
Daniel Eggert
Seine Frau
Julie-Marie Sundal
Karolka
Carmen Fuggiss
Schäferin
Marie-Sande Papenmeyer
Barena
Athanasia Zöhrer
Jano
Eunhye Choi

Chor der Staatsoper Hannover
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Theaterpädagogische Angebote

Theaterpädagogische Angebote

Produktion empfohlen ab 14 Jahren

 

Ein Formular für die Kartenbestellung für Schulklassen unter kasse@staatstheater-hannover.de oder Fax (0511) 9999 1999 finden Sie hier.

* in Originalsprache mit deutschen Übertiteln