Spielplan > MONATSSPIELPLÄNE > Januar 2013 > Sissi

Sissi

Ballett von Jörg Mannes

Musik von Gustav Mahler, Arthur Honegger und Johann Strauß

Uraufführung am 17. November 2012

So 20.01.13 | 18:30–20:30 | Opernhaus

Abonnement: So 4

Elvis Val, Cássia Lopes – © Gert WeigeltDenis Piza, Catherine Franco – © Gert WeigeltCatherine Franco – © Gert WeigeltMichèle Stéphanie Seydoux – © Gert WeigeltSteffi Waschina, Ensemble – © Gert WeigeltCatherine Franco, Ensemble – © Gert WeigeltCatherine Franco, Cássia Lopes – © Gert WeigeltCatherine Franco, Ensemble – © Gert WeigeltMichèle Stéphanie Seydoux, Patrick Michael Doe – © Gert WeigeltCatherine Franco, Ensemble – © Gert WeigeltAnastasiya Bobrykova – © Gert WeigeltMónica García Vicente, Patrick Michael Doe – © Gert WeigeltDenis Piza, Catherine Franco – © Gert WeigeltCatherine Franco, Denis Piza – © Gert WeigeltAndreas Michael von Arb, Cássia Lopes – © Gert WeigeltCássia Lopes – © Gert WeigeltCatherine Franco – © Gert WeigeltAnastasiya Bobrykova – © Gert Weigelt

Mit »Sissi« macht Jörg Mannes eine Ikone zum Zentrum seines Balletts. Doch die Traumfrau ist in Wirklichkeit keine: Unzufriedenheit mit ihrer Rolle als Kaiserin gestaltet das Leben Elisabeths von Österreich als ewige Flucht. Die Formung ihres Selbst wird zum eigentlichen Inhalt ihres Daseins. Ruhelosigkeit, Beziehungsunfähigkeit, Magersucht und Depression sind die Folge.

Der junge Kaiser Franz Joseph verliebt sich bei einem Besuch in Bad Ischl in seine süße und ungezwungene 15-jährige Cousine Elisabeth, genannt Sisi. Bei der Hochzeit im darauf folgenden Jahr ist aus dem freien und ungestümen Mädchen eine anmutige aber schüchterne Braut geworden, die leicht in Tränen ausbricht. Das strenge Zeremoniell überfordert sie, ihre Pflichten und die Repräsentation sind ihr ebenso zuwider wie die Hofgesellschaft, von der sie sich bespitzelt fühlt. Sie leidet unter dem Verlust ihrer persönlichen Freiheit, Schlaf-, Appetitlosigkeit und chronischer Husten sind die Folge. Das Kaiserpaar ist sechs Jahre verheiratet, als Elisabeth auf Anraten ihrer Ärzte auf Madeira eine Kur beginnt. Ihre Kinder, die vierjährige Gisela und der zweijährige Kronprinz Rudolf, bleiben in Wien zurück. Wie befreit erlebt Elisabeth ungezwungene Tage, und zögert das Ende des Aufenthaltes immer wieder hinaus. Als sie nach zwei Jahren Abwesenheit schließlich nach Wien zurückkehrt, ist aus der hübschen Unglücklichen eine stolze Schönheit geworden.

Die Kaiserin beeindruckt durch Anmut und eine geheimnisvolle Ausstrahlung, aber das genügt ihr nicht: Sie will Perfektion, arbeitet unerbittlich an der Vollkommenheit ihres Körpers und macht ihre Schönheitspflege zum Kult, der den Hauptteil des Tages beansprucht. Sie betont ihre Individualität und stellt sich bewusst in Widerspruch zum gängigen Schönheitsideal ihrer Zeit. Gleichzeitig hasst Elisabeth öffentliche Aufmerksamkeit und entzieht sich ihren Repräsentationspflichten in einem Maß, dass es dem Ansehen des Kaiserhauses schadet. Unter Hinweis auf ihre angegriffene Gesundheit unternimmt Elisabeth immer wieder ausgedehnte Reisen, doch unterwegs mit Bahn und Schiff oder auf langen Fußmärschen erweist sich die Kaiserin als außerordentlich belastbar. Aber die Melancholie liegt wie ein Schatten über ihr, sie ist oft gereizt und menschenscheu. Elisabeth hat panische Angst vor dem Altwerden und dem Verlust ihrer Schönheit. Wohl deshalb entsteht nach 1868/69 kein offizielles Foto mehr von ihr – so bleibt sie für immer 32. Ihr gewaltsamer Tod überhöht ihr außergewöhnliches Leben: Am 10. September 1898 wird Elisabeth, Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn, in Genf von einem Anarchisten ermordet. Noch weinen der »seltsamen« Kaiserin nur wenige Menschen nach, aber schon bald beginnt ihr Nachleben als Ikone »Sissi«.

Aus retuschierten Fotos wird das Image einer unglücklichen, schönen Kaiserin kreiert und auf Gedenkbildern, -münzen und anderen Erinnerungsstücken vermarktet. In den 1920er Jahren rühren Fortsetzungsromane über ihr Leben die Nachwelt, und in den 1950ern gelingt Ernst Marischka mit der Filmtrilogie »Sissi« ein Welterfolg. Er kreiert das Bild des süßen Mädels, das durch Liebesheirat zur schönen, guten und verehrten Märchenkaiserin wird. Die junge Romy Schneider ist die kongeniale Verkörperung der Figur und macht sie glaubwürdiger als das Original.

Video
Pressestimmen

Leitungsteam

Musikalische Leitung
Siegmund Weinmeister
Choreographie
Jörg Mannes
Bühne
Florian Parbs
Kostüme
Alexandra Pitz
Licht
Elana Siberski
Video
Philipp Contag-Lada
Dramaturgie
Brigitte Knöß
Choreographische Assistenz
Monica Caturegli /
Mathias Brühlmann

Besetzung

Mezzosopran
Nicole Pieper

Ballett der Staatsoper Hannover
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover