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4. Sinfoniekonzert

Musik von John Adams, Erkki-Sven Tüür, Franz Liszt und Dmitri Schostakowitsch

Dirigent: Olari Elts | Solist: Mika Väyrynen (Akkordeon)

Einführung 16:15 | So 13.01.13 | 17:00 | Opernhaus

Abonnement: Konzertabo 1

Der finnische Akkordeonist Miky VäyrynenOlari Elts, Dirigent im 4. Sinfoniekonzert – © Marco Borggreve

John Adams
»The Chairman Dances« (1985)
Erkki-Sven Tüür
»Prophecy« für Akkordeon und Orchester (2007)
Franz Liszt/John Adams
»The Black Gondola« (1882/1989)
Dmitri Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 9 Es-Dur op. 70 (1945)

Skurril geht es zu in John Adams' »The Chairman Dances«, die er mit dem Untertitel »Foxtrot for Orchestra« versah. Es ist Teil von Adams' Oper »Nixon in China«, die vom Treffen des US-Präsidenten Richard Nixon mit Mao Zedong 1972 in China handelt. Beim abschließenden Staatsbankett wird Nixon Zeuge, wie Mao mit seiner Frau ausgelassen Foxtrott tanzt. John Adams, neben Steve Reich und Philip Glass einer der bekanntesten amerikanischen Minimalisten, vertonte diesen Tanz mit den für ihn typischen exzessiv wiederholten rhythmischen Patterns, die sich mit leichten Veränderungen immer weiter steigern und einen Sog entwickeln, dem man sich kaum entziehen kann. Gleichzeitig greift er mit seinem satten und nuancenreichen Orchesterklang auf die großen Dimensionen der Spätromantik zurück.

Adams' Gespür für klangliche Finesse ist auch in seiner Orchestrierung von Franz Liszts »Die Trauergondel« zu spüren. Liszt komponierte die erste Fassung des Werkes – ursprünglich für zwei Klaviere – Ende des Jahres 1882 in Venedig: Als Gast von Richard Wagner verbrachte er dort einige Zeit im Palazzo Vendramin am Canale Grande. Die Morbidität der Stadt und die schwarzen Gondeln auf den Kanälen mögen ihn inspiriert haben.

»Prophecy« des estnischen Komponisten Erkki-Sven Tüür bezieht sich mit seinem Titel auf die jahrhundertelange Tradition von »Sehern« mit ihren prophetischen Kräften. In Tüürs Komposition ist dieser energetische Zustand vertont: Mit dem Akkordeon als Soloinstrument versöhnt Tüür dabei die Gegensätze von Tradition und Moderne in seiner Musik. Das Werk wurde 2007 von Mika Väyrynen und dem Turku Philharmonic Orchestra unter Olari Elts uraufgeführt.

Schostakowitschs 9. Sinfonie entstammt einer ganz anderen Klangwelt. Mit ihr erstaunte und provozierte er im Jahr 1945 Publikum und sowjetisches Regime: Pünktlich zum Kriegsende fertig gestellt, bleibt in ihr doch jeder patriotische Freudentaumel, jede Monumentalität aus, die man sich zu diesem Anlass erhofft hatte. Und so wurden ihm diesmal gerade das scheinbar Heitere, Unbeschwerte und Unpathetische zum Vorwurf gemacht.

Musikalische Leitung
Olari Elts

Besetzung


Niedersächsisches Staatsorchester Hannover