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Madame Bovary

Ballett von Jörg Mannes nach dem Roman von Gustave Flaubert

Musik von Mark Polscher u.a.

Wiederaufnahme | Di 23.10.12 | 19:30–21:20 | Opernhaus

Abonnement: Di 9 | Di 6

Karine Seneca, Andreas Michael von Arb – © Gert WeigeltMichael Foster, Karine Seneca – © Gert WeigeltKarine Seneca, Rubén Cabaleiro Campo, Ensemble – © Gert WeigeltMichael Foster, Karine Seneca – © Gert WeigeltPantelis Zikas, David Blázquez, Michael Foster – © Gert WeigeltKarine Seneca – © Gert WeigeltKarine Seneca – © Gert WeigeltKarine Seneca, Andreas Michael von Arb – © Gert WeigeltEnsemble – © Gert WeigeltKarine Seneca, Denis Piza – © Gert WeigeltKarine Seneca, Andreas Michael von Arb – © Gert WeigeltKarine Seneca, Andreas Michael von Arb – © Gert WeigeltKarine Seneca, Denis Piza – © Gert WeigeltDemis Moretti, Elvis Val, Patrick Michael Doe, Ismael Gil, Andreas Michael von Arb, Karine Seneca – © Gert WeigeltKarine Seneca, Denis Piza – © Gert WeigeltKarine Seneca – © Gert Weigelt

Mit Emma Bovary macht Jörg Mannes eine der großen Figuren der Weltliteratur zum Zentrum seines Balletts. Die ambitionierte junge Frau sehnt sich nach Kultur, Stil und Unterhaltung und will aus ihrer bäuerlichen Umgebung ausbrechen. Ihre Träume tragen sie weit empor, aber über kleinbürgerliche Verhältnisse kommt sie nicht hinaus, und schließlich scheitern alle ihre Hoffnungen.

 

Mit klarem Blick auf die Welt, der er selbst entstammt, schreibt Gustave Flaubert über sein Sittenbild der Provinz, erstmals erscheint dies 1857 als Buch. Zuvor muss er sich in einem Prozess dagegen verteidigen, in seinem Werk gegen die Moral verstoßen und den Ehebruch verherrlicht zu haben. Dies wiegt für den Autor umso schwerer, als er Unparteilichkeit gegenüber seinen Geschöpfen als erste Pflicht des Schriftstellers ansieht. Nie bewertete oder kommentierte Flaubert das, was er beschreibt, und gerade dadurch gelingt es ihm, beim Leser den Eindruck des unmittelbaren Beteiligtseins zu erwecken. Mit großer Liebe zum Detail beschreibt er Personen, Gegenstände und Orte so genau, dass sich der Leser eng mit ihnen verbunden und in die Lage versetzt fühlt, zu eigenen Schlüssen zu kommen.

 

Zunächst erscheint Emma die Heirat mit dem Landarzt Charles Bovary als Lichtblick ihres einsamen Lebens in der Umgebung des väterlichen Bauernhofs. Doch rasch erweist sich das Dorf, in dem ihr Mann praktiziert, als spießig und langweilig und der Doktor selbst als ungebildet und ehrgeizlos. Emmas Phantasie bekommt neue Nahrung durch die Einladung zu einem Fest auf dem Schloss des Marquis d'Andervillers. Dort findet sie sich in der Welt ihrer Wünsche und erlebt im Walzer die erotische Verlockung, die sie bei Charles vermisst. Sie weiß, dass sie ihren Mann nicht liebt, vernachlässigt ihr Äußeres, geht unachtsam mit Geld um und erkrankt.

Charles gibt dem Drängen seiner Frau nach und übernimmt eine Praxis in einer größeren Ortschaft. Aber auch der Umzug bringt nicht das erhoffte Glück. Der kleinbürgerliche Kreis wird lediglich durch den Apotheker Homais um einen eigenwilligen Typen angereichert. Mit dem Kanzlisten Léon verbindet Emma das Interesse an Kunst und Literatur, aus dem sich eine unerfüllte Verliebtheit entwickelt. Die junge Frau wird ständig unzufriedener, ihre Nerven werden immer reizbarer. Daran ändern weder die liebevolle, aber unbeholfene Besorgnis ihres Mannes, noch die Geburt ihrer Tochter Berthe etwas. Als Léon zum Studium nach Paris geht, steigert sich Emma in ein Verlustgefühl hinein, das sie mit Luxussucht kompensiert. Sie verliebt sich in den Schlossbesitzer Rodolphe Boulanger, beginnt ein Verhältnis mit ihm und will schließlich mit ihm fliehen, doch er verlässt sie. Daraufhin erkrankt sie schwer. Mit einem Theaterbesuch in Rouen will Charles seine Frau aufheitern. In der Pause begegnet das Ehepaar zufällig Léon wieder. Wenig später beginnt Emma eine Liaison mit ihm, in der sie auf Dauer ihr Glück sucht, aber nicht findet.

Nach und nach hat Emma mit ihrem Kaufzwang den Haushalt Bovary hoch verschuldet. Als der Händler Lheureux mit Pfändung droht, bittet sie zunächst alle Banken in Rouen, später Léon und zuletzt Rodolphe vergeblich um Hilfe. Als sie keinen Ausweg mehr weiß, besorgt sich Emma Arsen und stirbt qualvoll.

Video

Leitungsteam

Musikalische Leitung
Mark Rohde
Choreographie
Jörg Mannes
Bühne
Katrin Lea Tag
Kostüme
Judith Peter
Dramaturgie
Brigitte Knöß
Choreographische Assistenz
Monica Caturegli /
Mathias Brühlmann

Besetzung

Klavier
Mariya Kim

Ballett der Staatsoper Hannover
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Theaterpädagogische Angebote

Ein Formular für die Kartenbestellung für Schulklassen unter kasse@staatstheater-hannover.de oder Fax (0511) 9999 1999 finden Sie hier.