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1. Sinfoniekonzert

Werke von Agata Zubel, Karol Szymanowski und Peter I. Tschaikowsky

Dirigentin: Karen Kamensek | Solistin: Lucja Madziar (Violine)

Einführung 16:15 | So 22.09.13 | 17:00 | Opernhaus

Abonnement: Kztabo So

Die polnische Komponistin Agata Zubel – © Tomasz Kulak

Agata Zubel

IN für großes Orchester (2013, Uraufführung – zum 100. Geburtstag von Witold Lutosławski)

Auftragswerk der Hannoverschen Gesellschaft für Neue Musik

Karol Szymanowski

Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 op. 35 (1916)

Peter I. Tschaikowsky

Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 Pathétique (1893)

 

Das Schicksal der polnischen Nation ist über Jahrhunderte eng mit Russland verknüpft – politisch unheilvoll und kulturell prägend zugleich. Der bedeutendste polnische Komponist nach Chopin, Karol Szymanowski, stand zunächst unter dem Einfluss russischer Klaviermusik, allen voran der von Skrjabin. Doch als Mitbegründer des Komponistenbunds »Junges Polen«, der sich für die nationale Eigenständigkeit der polnischen Musik einsetzte, suchte er einen eigenen Weg. »Möge sie national sein, aber nicht provinziell«, wünschte sich Szymanowski, nachdem er 1920 als anerkannter Künstler aus Wien nach Warschau zurückgekehrt war, voller Eindrücke der musikalischen Moderne von Mahler, Schreker, Debussy, Ravel und der Schönberg-Schule. Das Violinkonzert Nr. 1 op. 35 von 1916 repräsentiert den Frühstil des Komponisten: mit üppigem, doch durchsichtigem Orchesterklang, rhythmischer Raffinesse, chromatisch gefärbter Harmonik und hochvirtuosem Solopart. Mit diesem stellt sich Lucja Madziar, die polnische Konzertmeisterin des Niedersächsischen Staatsorchesters, in Hannover erstmals als Solistin vor.
Die polnische Musik heute repräsentiert eine Uraufführung von Agata Zubel. Vielfach ausgezeichnet als Komponistin und Sängerin, gehört sie zu den spannendsten Akteuren der Neuen Musik in Polen. Musiktheater, Sinfonien, Kammermusik und Vokalwerke prägen das Schaffen der 1978 in Wrocław geborenen Künstlerin, deren Musik sich durch Ausdruckslust und Experimentierfreude auszeichnet.
Peter I. Tschaikowsky dirigierte die Uraufführung seiner 6. Sinfonie h-Moll neun Tage vor seinem legendenumrankten Tod. Doch auch ohne die Gewissheit, ob er an einer zufälligen Erkrankung starb oder in den Selbstmord getrieben wurde, scheint die Pathetische ein Werk des Abschieds zu sein. Die »grandiose Sinfonie, die den Schlussstein meines ganzen Schaffens bilden soll«, so der Plan des Komponisten, beeindruckt mit vier groß dimensionierten Sätzen; darunter ein Kopfsatz, in dem er das orthodoxe Requiem zitiert und die dynamischen Extreme bis zum sechsfachen piano ausreizt, ein schwebender Walzer im 5/4-Takt und ein gegen alle Konventionen langsamer Finalsatz, dessen Bezeichnung »Adagio lamentoso« Programm ist.

In Kooperation mit der Hannoverschen Gesellschaft für Neue Musik

Dirigentin
Karen Kamensek
Solistin
Lucja Madziar


Niedersächsisches Staatsorchester Hannover