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L´Opera seria

Oper von Florian Leopold Gassmann

Commedia per musica in drei Akten (1769)
Libretto von Ranieri de Calzabigi nach Vorlagen von Pietro Metastasio
Deutsche Übersetzung von David Greiner
In deutscher und italienischer Sprache

Wiederaufnahme | Sa 24.08.13 | 18:00–21:15 | Galeriegebäude Herrenhausen

Abonnement: Sa 4b

Ensemble – © Thomas M. JaukIvan Turšić – © Thomas M. Jauk© Thomas M. JaukFrank Schneiders, Christopher Tonkin, Romana Noack, Carmen Fuggiss, Ania Vegry – © Thomas M. JaukRomana Noack, Sung-Keun Park – © Thomas M. JaukNicolas Kröger, Christoph Rosenbaum, Bineta  Dinouf, Byung Kweon Jun, Tiina Lönnmark, Frank Schneiders,  Carmen Fuggiss, Sung-Keun Park, Ania Vegry, Romana Noack,  Ivan Turšić, Christopher Tonkin – © Thomas M. JaukElefant, Krokodil, Sung-Keun Park, Carmen  	Fuggiss – © Thomas M. JaukSung-Keun Park, Romana Noack – © Thomas M. JaukStefan Adam, Tadeusz Galczuk,  Mark Bowman-Hester – © Thomas M. JaukStefan Adam, Ivan Turšić, Ensemble – © Thomas M. JaukIvan Turšić, Frank Schneiders,  Christopher Tonkin – © Thomas M. JaukRomana Noack – © Thomas M. JaukSung-Keun Park – © Thomas M. JaukAnia Vegry, Sung-Keun Park – © Thomas M. JaukAnia Vegry – © Thomas M. JaukSung-Keun Park – © Thomas M. JaukEnsemble – © Thomas M. JaukEnsemble – © Thomas M. Jauk© Thomas M. Jauk© Thomas M. Jauk

»Aus dem Hirn eines Dämons entsprang die Idee der Oper als Geißel der Menschheit.« Große Verzweiflung muss Theatermacher umtreiben, wenn sie ihren eigenen Lebensinhalt verfluchen. Und Verwünschungen schleudern alle Beteiligten des Opernunternehmens »L'Oranzebe«, das in Florian Leopold Gassmanns komischer Opernparodie mit dem irreführenden Namen »L'Opera seria« gegeben werden soll, in den Theaterhimmel. Was sich die Truppe aus Librettist, Komponist, Impresario, Sängern und Tänzern in dieser Komödie vorgenommen hat, ist abenteuerlich genug: An nur einem Tag soll morgens geprobt und abends aufgeführt werden. Jeder hat unter diesen Bedingungen zu kämpfen: Delirio und Sospiro, Dichter und Komponist der Oper, mit den unverschämten Kürzungsbefehlen des Impresario und dem spontanen Verlangen der Sänger nach zusätzlichen Arien; die Primadonna Stonatrilla gegen alle weiblichen Co-Stars; der nicht ganz helle Tenor Ritornello mit Noten und Buchstaben zugleich; der Produzent des Ganzen, Fallito, mit dem schon in seinem Namen angelegten Bankrott und auch mit seinen Nerven; und alle zusammen mit dem Geschmack des Publikums.

Es begegnet einem ein Stück, das mit seinem Titel das genaue Gegenteil von dem ankündigt, was es ist: »L'Opera seria« ist eine Opera buffa, die im Gewand der ernsten Oper daherkommt. Im Jahr ihrer Uraufführung, 1769, hatte die komische Oper die ernste an Beliebtheit schon längst übertroffen – und bediente sich der überholten Gattung als liebstes Objekt ihres Spottes. Hervorgegangen aus Elementen des Stegreiftheaters, der Commedia dell'arte und des Théâtre de la Foire, florierte sie unter aller Art Bezeichnungen zuvorderst in Italien.

In Venedig führte Goldoni mit seinen Theatertexten das Niveau der ursprünglich aus stereotypen Figuren und Situationen heraus improvisierten Gattung auf einen neuen Höhepunkt. Der in Böhmen geborene Florian Leopold Gassmann verbrachte dort seine Lehrjahre, sah Goldonis Stücke und vertonte später viele seiner Texte. Als er 1763 Glucks Nachfolger und Komponist für Ballette in Wien wurde, brachte er nicht nur exzellente Kenntnisse der komischen Zutaten der Opera buffa, sondern auch der musikalischen Floskeln der ernsten Oper mit. »L'Opera seria« schäumt über vor musikalischem Witz. Gassmann verbindet zum Beispiel die für Wiegenlieder typische, zarte Instrumentierung mit agitatorischem Arientext und lässt die Koloraturen der Sänger zu irrwitzigen Stolpersteinen werden. Das Textbuch des Opernreformers und Mitstreiters Christoph Willibald Gluck, Ranieri de Calzabigi, liest sich wie eine Karikatur der damals allgemein geläufigen Libretti Metastasios.

Komik, das hat sich bis zur heutigen Comedy und politischen Satire nicht geändert, ist eine Kunst der Gegenwärtigkeit. Mit der ersten Szenenanweisung von »L'Opera seria« zieht das Lachen auch in unsere Zeit ein, denn: »Die Handlung der Komödie spielt in jeder Stadt, in der Opern gegeben werden.«

 

Premiere der Inszenierung war am 9. September 2012 im Galeriegebäude Herrenhausen.

Der niederländische Regisseur und Bühnenbildner Michiel Dijkema inszenierte u. a. Monteverdis »L'Orfeo« am Drottningholms Slottsteater Stockholm, Schönbergs »Pierrot Lunaire« beim Gergiev Festival Rotterdam, Humperdincks »Hansel und Gretel« für das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen sowie wiederholt an der Staatsoperette Dresden, an der Nationale Reisoper Enschede (Glucks »Orpheus und Eurydike« und Rossinis »La Cenerentola«) und an der Oper Leipzig (zuletzt »Tosca« von Puccini). Für die herausragende technische Umsetzung seines Bühnenbildes zu »Der Barbier von Sevilla« gewann er 2011 für das Staatstheater Wiesbaden den ersten Wizard-Award für kreative Bühnentechnik. Die Inszenierung von »L'Opera seria« ist sein erstes Engagement an der Staatsoper Hannover.

Termine

24.08.13Sa 18:00
27.08.13Di 19:00
03.09.13Di 19:00
05.09.13Do 19:00
08.09.13So 16:00
Video
Pressestimmen

Leitungsteam

Musikalische Leitung
Mark Rohde
Inszenierung und Bühne
Michiel Dijkema
Kostüme
Claudia Damm
Licht
Elana Siberski
Dramaturgie
Katja Leclerc

Besetzung

Impresario Fallito
Frank Schneiders
Sospiro, der Komponist
Ivan Turšić
Delirio, der Librettist
Christopher Tonkin
Ritornello, der erste Sänger
Sung-Keun Park
Stonatrilla, die Primadonna
Romana Noack
Smorfiosa, die zweite Sängerin
Carmen Fuggiss
Porporina, dritte Sängerin
Ania Vegry
Passagallo, der Tanzmeister
Byung Kweon Jun
Bragherona
Stefan Adam
Befana
Tadeusz Galczuk
Caverna
Mark Bowman-Hester
Coro di Ballerini
Stella Motina /
Anna Bineta Diouf /
Christoph Rosenbaum /
Nicolas Kröger
Prof. Dr. Gundula Grantig-Romberg
Carola Rentz

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Theaterpädagogische Angebote

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