7. Sinfoniekonzert

Werke von Wolfgang Rihm

Dirigent: Emilio Pomàrico | Solist: Lucas Fels (Violoncello)

Klangbrücken - Wolfgang Rihm | Einführung 16:15 | So 23.04.17 | 17:00 | Opernhaus

Abonnement: Konzert-Abo Sonntag

  • Emilio Pomàrico
    © A. Ackermann
  • Lucas Fels
  • Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
    © Thomas M. Jauk

ZUM STÜCK

Wolfgang Rihm Verwandlung 6 (2014)

Styx und Lethe für Violoncello und Orchester (1997 / 98)
Erste Symphonie op. 3 (1969)

3 Walzer (1979 / 88)

 

 

Wolfgang Rihm, der 2017 seinen 65. Geburtstag feiert, steht im Zentrum des Klangbrücken-Festivals. Schon zu Beginn der 1970er-Jahre erregte er mit seinen ersten großen Orchesterwerken Aufsehen, weil er sich damit deutlich von der materialorientierten Avantgarde distanzierte. Der neue Ton dieser Musik verletzte vor allem mit seiner unmittelbaren Emotionalität ein selbstauferlegtes Tabu der Avantgarde. Rihm wurde von der Musikpublizistik als Vertreter einer »Neuen Einfachheit« oder »Neoromantik« abgestempelt. Freilich sind solche Etikettierungen kaum geeignet, die Eigenart von Rihms umfangreichem und vielgestaltigem Schaffen, das nahezu alle Gattungen vom Solostück bis zum groß dimensionierten Orchesterwerk und zur abendfüllenden Oper umfasst, auch nur annähernd zu erfassen, zumal seine kompositorische Entwicklung immer wieder überraschende Wendungen vollzog. Dennoch ist in Rihms musikalischem Denken eine Konstante auszumachen, die alle seine Werke trotz ihrer Unterschiede bestimmt: das Verständnis von Musik als physisch erlebbare Energie, als Prozess, als Fluss, als ständige Verwandlung.

Das Programm des Konzerts schlägt einen Bogen von der frühesten Schaffensphase zu Werken der neuesten Zeit. Die zweisätzige 1. Symphonie, noch während Rihms Kompositionsstudium entstanden und 1984 in Hannover uraufgeführt, ist in ihrem schroffen Gestus noch stark von der Reihentechnik geprägt, zeigt aber andererseits auch die Auseinandersetzung mit der Sinfonik Karl Amadeus Hartmanns, dem das Werk gewidmet ist. Das hochvirtuose Cellokonzert Styx und Lethe ist ein energiegeladenes Werk, das die Konzertform einem permanenten Transformationsprozess unterwirft – Rihm spricht in diesem Zusammenhang von »unterschwelligen Flussformen«. Eine ganz andere Seite Rihms zeigen die drei Walzer, entstanden aus Gelegenheitskompositionen, die mit einem nostalgischen Seitenblick auf Straus und Brahms das Modell des Walzers auf originelle und ironische Art umformen und neu beleben. Und in einem der neueren Werke, Verwandlung 6, schlägt Rihm sehr zarte Töne an und zieht den Hörer in einen mysteriösen Nebel sich ständig verwandelnder Formen, die aber nie feste Konturen erlangen.

ZUR INSZENIERUNG

Das 7. Sinfoniekonzert findet im Rahmen des Festivals Klangbrücken statt.

Eine Kooperation von Staatsoper Hannover, Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und Musik 21 Niedersachsen mit mehreren freien Musikinstitutionen

Leitungsteam

Dirigent
Emilio Pomàrico

Besetzung

Solist (Violoncello)
Lucas Fels

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover