Candide

Comic Operetta von Leonard Bernstein

Comic Operetta in zwei Akten (1956 / 1988)

Buch von Hugh Wheeler nach dem Roman »Candide oder der Optimismus« von Voltaire. Gesangstexte von Richard Wilbur, Stephen Sondheim, John Latouche, Lillian Hellmann, Dorothy Parker und Leonard Bernstein. Orchestrierungen von Leonard Bernstein, Hershy Kay und John Mauceri. Deutsch von Stephan Kopf, Zelma und Michael Millard

Dialoge in deutscher Sprache, Gesangstexte in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

Auf dem Spielplan seit der Premiere der Inszenierung am 24. Oktober 2015

So 15.11.15 | 18:30–21:20 | Opernhaus

Abonnement: Sonntag 9 (18.30 Uhr)

  • Frank Schneiders (Pangloss)
    © Thomas M. Jauk
  • Sung-Keun Park (Candide), Ania Vegry (Cunegonde)
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Christopher Tonkin (Maximilian), Sung-Keun Park (Candide), Frank Schneiders (Pangloss), Ania Vegry (Cunegonde), Carmen Fuggiss (Paquette)
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Jan Viethen (Don Isachar), Daniel Drewes (Kardinalerzbischof von Paris), Ania Vegry (Cunegonde)
  • Sung-Keun Park (Candide), Carmen Fuggiss (Paquette), Frank Schneiders (Cacambo), Christopher Tonkin (Maximilian)
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Diane Pilcher (Alte Lady), Herrenchor
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture
  • Sung-Keun Park (Candide), Chor
    © Thomas M. Jauk / Stage Picture

ZUM STÜCK

»You were dead, you know«, entfährt es dem jungen Candide, als er seine geliebte, totgeglaubte Cunegonde in Paris wiederfindet. Eine angemessene deutsche Übersetzung dieser absurden Feststellung wäre etwas wortreicher: »Falls es dir entgangen ist: Du warst tot.« An absurden Formulierungen, Unwahrscheinlichkeiten, Wirrnissen und Verstrickungen mangelt es auf Candides weltumspannender Reise nicht. Candide wächst auf als Bastard in einem Schloss mit dem wohlklingenden Namen Thunder Ten-Tronck, genießt die gleiche Bildung und Privilegien wie die legitimen Sprösslinge des örtlichen Barons von Westphalia, Maximilian und Cunegonde. Seine Liebe zu Letzterer wird Candide allerdings zum Verhängnis: Der standes-dünkelnde Maximilian steckt den Eltern die heimliche Liaison und führt damit die Verbannung Candides herbei. Enttäuscht, aber nicht entmutigt, beginnt Candide seine Reise, denn eines hat er bei seinem Lehrmeister Pangloss gelernt: Wir leben in der besten aller möglichen Welten – alles geschieht mit tieferem Sinn, jede noch so grausame Fügung führt letztlich zu Gutem. Candide lässt sich seinen Optimismus nicht austreiben. Weder, als er versehentlich bei der bulgarischen Armee anheuert und damit indirekt an der Massakrierung seiner geliebten Verwandtschaft – inklusive Cunegonde – beteiligt ist, nicht in Lissabon, wo er fast hingerichtet wird, noch in Buenos Aires, Montevideo oder Surinam, wo seine Gutgläubigkeit schamlos ausgenutzt wird. Candide weiß: Cunegonde lebt – auch wenn das Schicksal sie kurz nach der Begegnung in Paris wieder getrennt hat. Cunegonde wieder zu gewinnen ist sein Ziel, optimistisch bleiben seine Devise. Absurdeste Fügungen scheinen Candide Recht zu geben: Männer entpuppen sich als Frauen, Frauen als Männer und vor allem Tote als Lebendige. Erst als er in Venedig mit Cunegonde wieder zusammengeführt wird und sich offenbart, dass ihre und seine Definition von »reiner Liebe« stark divergieren, stellt er die Lehre seines Meisters und seine optimistische Lebensphilosophie in Frage. Kein Geringerer als Voltaire, der führende Philosoph und Satiriker der französischen Aufklärung, lieferte die Vorlage zu Leonard Bernsteins »Comic Operetta«. Voltaires »Candide oder der Optimismus« (1759) parodiert und kommentiert bissig die »Theodizee« Gottfried Wilhelm Leibniz’. »Candide« ist ein Aufruf, sich aus der Schicksalsfügung zu befreien, sich dabei aber nicht über andere Menschen zu erheben, sie zu bekehren, belehren und umzuerziehen. Ein Plädoyer für Toleranz und für die Arbeit an sich selbst. Leonard Bernsteins ebenso spritzige wie tiefgründige Musik, die meisterhaft Operetten- und Musicalton zitiert und mit Tanzmusik aus aller Welt kombiniert, beweist, dass philosophische Stoffe auch leicht und doch nicht weniger ernsthaft behandelt werden können. Bernstein schuf themengerecht die beste aller möglichen Operetten und zeigte: Auch die Operette ist eine Totgeglaubte, die sehr lebendig ist.

ZUR INSZENIERUNG

Mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft der Freunde des Opernhaus Hannover e.V.

PRESSESTIMMEN

Pressestimmen

"Candide"-Premiere im Opernhaus - Üppiger Beifall für Bernstein-Operette BILD Hannover, 26.10.15
mehr
Volltreffer: Leonard Bernsteins "Candide" eröffnet das Leibniz-Jahr Hannoversche Allgemeine Zeitung, 26.10.15
mehr
"Candide": "Spartanisch" inszenierter Klassiker NDR Kultur, 25.10.15
mehr
Tolle Revue im Opernhaus - Matthias Davids inszeniert Bernsteins "Candide" Neue Presse Hannover, 26.10.15
mehr

TERMINE & KARTEN

Termine

14.03.18Mi 19:30
24.03.18Sa 19:30
06.04.18Fr 19:30
19.04.18Do 19:30
27.04.18Fr 19:30

VIDEO

Video

Leitungsteam

Leitungsteam

Musikalische Leitung
Karen Kamensek
Inszenierung
Matthias Davids
Choreographie
Simon Eichenberger
Bühne und Video
Mathias Fischer-Dieskau
Kostüme
Susanne Hubrich
Licht
Susanne Reinhardt
Choreinstudierung
Dan Ratiu
Dramaturgie
Christopher Baumann

Besetzung

Besetzung

Voltaire / Pangloss / Cacambo / Martin
Frank Schneiders
Candide
Sung-Keun Park
Cunegonde
Cornelia Zink
Paquette
Carmen Fuggiss
Maximilian
Christopher Tonkin
Alte Lady
Diane Pilcher
Gouverneur / Vanderdendur / Ragotski
Patrick Jones
Bärenhüter / Inquisitor / Zar Ivan
Daniel Eggert
Kosmetikhändler / Inquisitor / 2. Señor / Charles Edward
Gevorg Aperánts Hakobjan
Trödler / Inquisitor / Kapitän / Hermann Augustus
Marco Vassalli
Doktor / Stanislaus
Byung Kweon Jun
Alchemist / Inquisitor / 1. Señor / Sultan Achmet
Edward Mout
Schauspieler
Daniel Drewes
Schauspieler
Jan Viethen

Chor der Staatsoper Hannover
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Theaterpädagogische Angebote

Theaterpädagogische Angebote

Produktion empfohlen ab Klasse 7

 

Ein Formular für die Kartenbestellung für Schulklassen unter kasse@staatstheater-hannover.de oder Fax (0511) 9999 1999 finden Sie hier.

 

Musiktheaterpädagogische Angebote für Lehrer erhalten Sie unter kirsten.corbett@staatstheater-hannover.de oder Telefon (0511) 9999 1083.