Die Fledermaus

Operette von Johann Strauß

Operette in drei Akten (1874)
Text von Richard Genée nach der Komödie »Le Réveillon«

von Henri Meilhac und Ludovic Halévy (1872)

in der deutschen Bearbeitung von Karl Haffner

 

Auf dem Spielplan seit der Premiere der Inszenierung am 29. April 2015

zum letzten Mal in dieser Spielzeit! | Di 20.06.17 | 19:30–22:15 | Opernhaus

  • Ania Vegry (l., Adele), Sara Eterno (Rosalinde)
    © Thomas M. Jauk
  • Stefan Adam (l., Dr. Falke), Robert Künzli (Eisenstein)
    © Thomas M. Jauk
  • Sara Eterno (l., Rosalinde), Sung-Keun Park (Alfred)
    © Thomas M. Jauk
  • Robert Künzli (l., Eisenstein), Sara Eterno (Rosalinde)
    © Thomas M. Jauk
  • Stefan Adam (l., Dr. Falke), Julie-Marie Sundal (Prinz Orlofsky), Ensemble
    © Thomas M. Jauk
  • Steffen Scheumann (Frosch)
    © Thomas M. Jauk
  • Frank Schneiders (l., Frank), Steffen Scheumann (Frosch), Musiker
    © Thomas M. Jauk
  • Stella Motina (l., Ida), Frank Schneiders (Frank), Ania Vegry (Adele), Musiker
    © Thomas M. Jauk
  • Edward Mout (l., Dr. Blind), Steffen Scheumann (Frosch)
    © Thomas M. Jauk
  • Ania Vegry (l., Adele), Robert Künzli (Eisenstein), Sara Eterno (Rosalinde)
    © Thomas M. Jauk
  • Frank Schneiders (l., Frank), Sung-Keun Park (Alfred)
    © Thomas M. Jauk
  • Julie-Marie Sundal (l., Prinz Orlofsky), Statist
    © Thomas M. Jauk
  • Sara Eterno (Rosalinde)
    © Thomas M. Jauk
  • Sara Eterno (Rosalinde), Ensemble
    © Thomas M. Jauk
  • Frank Schneiders (l., Frank), Steffen Scheumann (Frosch)
    © Thomas M. Jauk
  • Robert Künzli (o., Eisenstein), Bewegungsensemble, Stefan Adam (Dr. Falke)
    © Thomas M. Jauk

ZUM STÜCK

Wenn die Welt ins Wanken gerät, steigt die Lust auf den Rausch. Der tiefe Blick ins Glas ist ein, zumindest vorübergehend, wirksames Mittel, sich als Wankender wieder im Einklang mit der Welt zu wissen. Wo Identitäten nur noch behauptet werden, aber sich im Netz von Lebenslügen verflüchtigen, scheint die Maskerade ein Akt der Befreiung. Das Ungenügen am Alltag führt zum Sturz in ein Vergnügen, wo sich vermeintliche Chevaliers und ungarische Gräfinnen zusammenfinden, um wankend Arm in Arm den Augenblick der Aufhebung von Zeit, Raum und Standesunterschieden zu genießen. In solcherart Festen, in denen das aufrührerische »Alle Menschen werden Brüder« zum kindlich lallenden »Duidu« degeneriert, wirkt der glücklich machende Mechanismus des Vergessens in schwierigen Zeiten.

Ihr hintersinniger Witz und ihr musikalischer Schwung haben »Die Fledermaus« seit ihrer Uraufführung im Jahre 1874 zur beliebtesten Operette überhaupt gemacht. Ihre unvergleichliche Wirkung beruht wohl darauf, dass das Sujet die gesellschaftliche und psychologische Basis der Musik von Strauß, die Sehnsucht nach einem Zustand von Zeitlosigkeit, den Ausbruch in den Rausch, das taumelnde Vergessen, thematisiert und gleichzeitig – auf teilweise sehr schmerzhafte Art – ironisch bricht und an die kontrastierende Alltagsrealität kettet. Gerade im Moment höchster Seligkeit fällt die ironische Distanz: Der Mechanismus des Vergessens wird am eigenen Leibe erlebbar durch die Macht der Musik, die sich im Walzerrhythmus verselbständigt und zu sich selbst kommt und dabei die Handlung tatsächlich vorübergehend außer Kraft setzt. Indem Strauß auch das Publikum mittanzen lässt, wird der unweigerliche Absturz in die triste Alltäglichkeit umso jäher empfunden.

Die Lüge ist der einzige Weg zum Glücksgefühl, und das Ausleben von Träumen gelingt nur im Rollenspiel. Doch im Fest offenbart sich das verzerrte Abbild des wirklichen Lebens. Die bescheidenen Träume von Rang und Adel, Karriere und einem gelegentlichen Seitensprung sind zutiefst bürgerlich, und so wirkt die Maskerade letztlich demaskierend. Wenn die Zeit abgelaufen ist und der triste Alltag weitergeht – wie immer – führen die Ausschweifungen der Nacht allenfalls zu einer kurzfristigen Ehekrise, die aber bald beigelegt ist in der Verdrängung des Blicks in den Abgrund, denn »glücklich ist, wer vergisst«. Ein Schuldiger des Schwindelgefühls ist leicht gefunden: der Alkohol, dem gegenüber monarchistischer Gehorsam geschworen wird.

ZUR INSZENIERUNG

Mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft der Freunde des Opernhauses Hannover e.V.

PRESSESTIMMEN

Pressestimmen

Herzerfrischende Fledermaus Cellesche Zeitung, 05.05.2015
mehr
Im Bühnenrausch Deister- und Weser-Zeitung, 02.05.2015
mehr
Gelächter und Geschlechter Hannoversche Allgemeine Zeitung, 02.05.2015
mehr
Cabaret statt Operette: Bunt, frivol und unterhaltsam NDR Kultur, 29.04.15
mehr
Die schräge »Rocky-Horror-Fledermaus« Neue Presse, 02.05.2015
mehr

VIDEO

Video

Die Fledermaus

Leitungsteam

Leitungsteam

Musikalische Leitung
Siegmund Weinmeister
Inszenierung
Martin G. Berger
Bühne
Florian Parbs
Kostüme
Susanne Hubrich
Videodesign
Philipp Contag-Lada
Licht
Peter Hörtner
Choreographie
Katrin Helmerichs-Naujok
Choreinstudierung
Dan Ratiu
Dramaturgie
Klaus Angermann

Besetzung

Besetzung

Gabriel von Eisenstein
Robert Künzli
Rosalinde
Dorothea Maria Marx
Frank
Frank Schneiders
Prinz Orlofsky
Julie-Marie Sundal
Alfred
Sung-Keun Park
Dr. Falke
Stefan Adam
Dr. Blind
Gevorg Aperánts Hakobjan
Adele
Ania Vegry
Frosch
Steffen Scheumann
Ida
Francisca Prudencio

Chor der Staatsoper Hannover
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

Theaterpädagogische Angebote

Theaterpädagogische Angebote

Produktion empfohlen ab Klasse 9

 

Ein Formular für die Kartenbestellung für Schulklassen unter kasse@staatstheater-hannover.de oder Fax (0511) 9999 1999 finden Sie hier.

 

unter Kirsten.Corbett@staatstheater-hannover.de oder Telefon (0511) 9999 1083.